Verpackungen, Mehrweg und Ladungsträger modellieren

Dieser Entscheidungsleitfaden hilft Produktdatenverantwortlichen, Packstufen, Mischgebinde, Ladungsträger und regulatorische Verpackungsdaten sauber zu trennen. Nach der Entscheidung wissen Sie, welches Modell Sie pflegen und wo Pfand-, Tausch- oder Mehrwegregeln hingehören.

Die wichtigste Frage lautet: Beschreiben Sie eine verkaufte Menge, einen Mix aus Produkten, ein physisches Transportmittel oder die Material- und Compliance-Eigenschaften einer Verpackung?

Entscheidungsmatrix

SituationModellBeispiel
Eine Packstufe enthält nur dieselbe Variante.VerpackungsdefinitionKarton mit 10 Flaschen
Eine feste Einheit enthält mehrere Varianten.MischgebindeDisplay mit drei Sorten
Das Paket ist selbst ein eigenständiges zusammengesetztes Produkt.BundleWerkzeugset mit eigener Produktidentität
Ein physischer Träger transportiert oder lagert Ware.LadungsträgerdefinitionEuropalette oder Gitterbox
Material, Masse, Komponenten und Marktpflichten der realen Verpackung müssen versioniert werden.VerpackungsspezifikationKarton aus Wellpappe mit Etikett und Folie
Zubehör oder Empfehlung ist frei wählbar.Produktrelation oder ProduktoptionErsatzfilter oder Montagezubehör

Modelle nicht vermischen

Mit einer Verpackungsdefinition beschreiben Sie die quantitative Beziehung zu genau einer Variante. Sie beantwortet zum Beispiel: „Wie viele Basiseinheiten enthält dieser Karton?“ Hier pflegen Sie Code, Name, enthaltene Basismenge, übergeordnete Packstufe sowie Einkauf- und Verkaufsverwendung.

Fest vorgegebene Mengen mehrerer Varianten gehören dagegen in ein Mischgebinde. Für ein eigenständiges zusammengesetztes Produkt verwenden Sie ein Bundle. Keines der beiden Modelle bildet eine homogene Packstufe ab.

Den wiederverwendbaren physischen Träger beschreibt eine Ladungsträgerdefinition. Material, Gewicht, Komponenten, Revision und Marktbezug dokumentieren Sie in der regulatorischen Verpackungsspezifikation; eine Mengenrelation ersetzt sie nicht.

packaging_decision question Was soll beschrieben werden? same Gleiche Variante in fester Menge question->same mixed Fester Mix mehrerer Varianten question->mixed carrier Transport- oder Lagerträger question->carrier compliance Material und Marktpflichten question->compliance packaging Verpackungsdefinition same->packaging assortment Mischgebinde mixed->assortment loadcarrier Ladungsträgerdefinition carrier->loadcarrier specification Verpackungsspezifikation compliance->specification

Verpackungsdefinitionen pflegen

Öffnen Sie die Verpackungen einer Produktvariante oder die zentrale Liste unter PIM > Varianten & Preise. Legen Sie zuerst die kleinste verwendete Packstufe an und bauen Sie größere Stufen darauf auf.

Beispiel für eine Variante mit Basiseinheit Stück:

PackstufeEnthaltene BasismengeÜbergeordnete StufeVerwendung
Einzelstück1keineVerkauf
Karton10EinzelstückEinkauf und Verkauf
Palette600KartonEinkauf

Auf die Basiseinheit der Variante bezieht sich auch die enthaltene Basismenge. Prüfen Sie deshalb die gesamte Hierarchie, bevor Sie Preise oder Kaufmengenregeln daran ausrichten. Kennzeichnen Sie höchstens eine passende Standardstufe für Einkauf und eine für Verkauf.

Pfand, Tausch und Mehrweg unterscheiden

Als Ziel einer Mehrwegregel können Sie eine Verpackungsdefinition, ein Mischgebinde oder eine Ladungsträgerdefinition wählen.

ModusBedeutungBetrag
Pfand (deposit)Workspace führt einen Geldbetrag je Einheit als eigenen Preisbestandteil.Betrag sowie Netto- oder Bruttobasis pflegen
Tausch (exchange)Der Vorgang erwartet einen Austausch gleichartiger Einheiten.Nur pflegen, wenn der fachliche Vertrag einen Betrag vorsieht
Wiederverwendbar (reusable)Die Einheit wird als Mehrweg geführt, ohne sie als Pfand oder Tausch zu behandeln.Kann ohne Geldbetrag verwendet werden

Legen Sie außerdem fest, ob die Regel im Einkauf, im Verkauf oder in beiden Bereichen gilt. Eine Verkaufsregel kann in Angebot, Warenkorb und Auftrag wirken. Workspace hält den dort angewendeten Betrag als Bestandteil des kaufmännischen Vorgangs fest. Ordnen Sie dabei jede Regel genau dem fachlichen Ziel zu. Ein Palettenpfand gehört an den Ladungsträger, ein Kistenpfand an die entsprechende Packstufe und eine Mehrwegregel für ein gemischtes Display an das Mischgebinde.

Frachtzuschläge einordnen

Für Frachtzuschlagsregeln gilt dieselbe Zielauswahl wie für Mehrwegregeln. Nutzen Sie sie für einen zusätzlichen Betrag, der unmittelbar aus Packstufe, Mischgebinde oder Ladungsträger entsteht. Allgemeine Versandkosten und Lieferzonen bleiben davon getrennt.

Prüfen Sie bei jedem Betrag die Netto- oder Bruttobasis. Die Basis muss zum kaufmännischen Vertrag passen; sie darf nicht aus dem angezeigten Endbetrag geraten werden.

Operative und regulatorische Verpackung verbinden

In der Praxis kann dieselbe Verpackung beide Modelle benötigen:

  1. Die Verpackungsdefinition sagt, dass ein Karton zwölf Flaschen enthält.
  2. Die Verpackungsspezifikation beschreibt Karton, Folie, Etikett, Gewichte und die gültige Revision.
  3. Eine Verknüpfung ordnet die Spezifikation der Packstufe zu.
  4. Marktprofile und Bewertungen bestimmen, welche regulatorischen Angaben für einen Zielmarkt geprüft werden.

Pflegen Sie keine Materialangaben als freie Notiz an der Packstufe. Verwenden Sie für PPWR-, VerpackG- und andere Marktanforderungen den versionierten Prozess aus Verpackungs-Compliance verwalten.

Zusammenspiel mit Preis, Lager und Fulfillment

  • Preise können für eine Variante, eine Verpackungsdefinition oder ein Mischgebinde gelten. Preisbasis und verkaufte Packstufe müssen zusammenpassen.
  • Kaufmengenregeln bestimmen zulässige Mengen. Sie ersetzen keine Packstufe.
  • Ladungsträger und Mehrwegregeln beschreiben Träger und Rücklauf, nicht den Bestand der enthaltenen Ware.
  • Die Erfüllungsstrategie bestimmt den Lieferweg der verkauften Variante. Sie wird nicht aus Karton, Palette oder Pfandregel abgeleitet.
  • Gewichte, Abmessungen, Paketanzahl, Palettenanzahl, Versandkennzeichen und Logistikprofil bleiben Logistikangaben der Variante.

Entscheidung prüfen

Konsistent ist die Modellierung, wenn jede Packstufe nur eine Variante enthält, Mischungen als Mischgebinde vorliegen und Ladungsträger nicht als Verkaufsverpackung dienen. Prüfen Sie zusätzlich, ob Mehrweg- und Frachtregeln am richtigen Ziel sowie für Einkauf oder Verkauf aktiviert sind. Regulatorische Materialdaten müssen über eine gültige Verpackungsspezifikation mit dem operativen Ziel verbunden sein.

Nächste Schritte