Lifecycle von Produktvarianten verstehen
Diese Referenz erklärt den Varianten-Lifecycle. Sie hilft Ihnen, den Status einer Produktvariante einzuordnen und den nächsten zulässigen Schritt zu wählen, denn der Lifecycle steuert den fachlichen Weg vom Entwurf bis zur aktiven, eingeschränkten oder endgültig eingestellten Variante.
Der Lifecycle gibt eine Variante nicht automatisch für einen Onlineshop frei. Für die Sichtbarkeit müssen zusätzlich Readiness, Veröffentlichung und Produktroute zum gewünschten Vertriebskanal passen.
Workflow-Aktionen in der Oberfläche finden
- Öffnen Sie
PIM>Varianten & Preise>Varianten. - Öffnen Sie die gewünschte Variante.
- Suchen Sie die Workflow-Aktionen in der Aktionsleiste oberhalb der Datensatz-Tabs. Dort erscheinen nur Übergänge, die zum aktuellen Status und zum gebundenen Workflow gehören.
- Öffnen Sie den Tab
Workflow, um den angezeigten Status, die Workflow-Zuordnung und den technischen Workflow-Kontext zu prüfen.
Eine gesperrte Aktion bleibt sichtbar, wenn Workspace einen fachlichen Blockiergrund ermitteln konnte. Öffnen Sie die Aktion, um diese Gründe zu lesen. Fehlt der Lifecycle-Kontext vollständig, blendet Workspace die Aktionen aus und zeigt im Tab Workflow einen Fehlerhinweis. Eine dort angebotene Reparatur ist eine administrative Ausnahme und keine gewöhnliche Lifecycle-Aktion.
Eine neue Variante aus dem Entwurf weiterführen
Jede neu angelegte Produktvariante beginnt im Status draft (Entwurf). Gehen Sie anschließend so vor:
- Öffnen Sie die neue Variante und prüfen Sie im Tab
Workflowden StatusEntwurf. - Pflegen und speichern Sie die erforderlichen Stammdaten. Für einen vollständigen Produktdatensatz folgen Sie Produktvariante vollständig pflegen.
- Wählen Sie in der oberen Aktionsleiste
Bereitstellung anfordern. - Prüfen Sie nach Abschluss der Aktion, ob der Status zu
Bereitgewechselt hat und nunAktivierenangeboten wird. - Wählen Sie
Aktivieren, wenn die Variante fachlich eingesetzt werden darf. - Prüfen Sie anschließend den Status
Aktivund die nun verfügbaren Folgeaktionen.
Der Status ist kein frei wählbares Pflegefeld. Öffnen Sie die Variante und verwenden Sie eine der Workflow-Aktionen, die Workspace für den aktuellen Status anbietet; blockiert eine fachliche Prüfung den Übergang, sehen Sie dort auch die noch offenen Voraussetzungen.
Zustandsmodell
Die doppelt umrandeten Zustände discontinued und discarded sind terminal; von ihnen führt kein weiterer Standardübergang weg.
Status und Bearbeitbarkeit
| Anzeige | Technischer Status | Bedeutung | Bearbeitbarkeit |
|---|---|---|---|
| Entwurf | draft | Initialer Status einer neuen Variante. Produktteams bereiten die Variante fachlich vor. | Bearbeitbar; Geschäftstyp und Workflow-Zuordnung folgen eigenen Aktionen und sind keine gewöhnlichen Pflegefelder. |
| Bereit | ready | Die Variante ist für die Aktivierung vorbereitet, aber noch nicht aktiv. | Bearbeitbar; dieselben grundlegenden Workflow-Felder bleiben geschützt. |
| Aktiv | active | Die Variante ist fachlich aktiviert. | Nicht direkt bearbeitbar. Nutzen Sie für zulässige Korrekturen die Nachpflege oder legen Sie für eine neue verkaufbare Fassung eine neue Version an. |
| Nachpflege | active_correction | Kontrollierte Korrektur einer aktiven Variante. | Eingeschränkt bearbeitbar. Strukturprägende Angaben wie Familie, Fähigkeiten, Tracking-Art, Seriennummernquelle, SKU, Basiseinheit, Steuerklasse, Geschäftstyp und Workflow bleiben gesperrt. |
| Eingeschränkt | restricted | Die aktive Nutzung ist vorübergehend eingeschränkt. | Nicht bearbeitbar. Die Standardaktion Fortsetzen führt zurück zu active. |
| Rückruf | recall | Für die Variante wurde ein Rückruf gestartet. | Nicht bearbeitbar. Nach Aufhebung des Rückrufs wechselt sie zunächst zu restricted. |
| Auslauf | eol | Das Ende des Produktlebenszyklus ist eingeleitet. | Nicht bearbeitbar. Die Variante kann anschließend endgültig eingestellt werden. |
| Eingestellt | discontinued | Die Variante ist endgültig eingestellt. | Nicht bearbeitbar und terminal. |
| Verworfen | discarded | Ein Entwurf oder eine bereitgestellte Variante wird geschlossen, ohne jemals produktiv genutzt zu werden. | Nicht bearbeitbar und terminal. |
Erlaubte Übergänge
| Ausgangsstatus | Aktion | Zielstatus |
|---|---|---|
draft | Bereitstellung anfordern | ready |
ready | Aktivieren | active |
active | Nachpflege starten | active_correction |
active_correction | Nachpflege abschließen | active |
active | Einschränken | restricted |
restricted | Fortsetzen | active |
active | Rückruf starten | recall |
recall | Rückruf aufheben | restricted |
active | Als Auslauf markieren | eol |
eol | Einstellen | discontinued |
draft oder ready | Verwerfen | discarded |
Eine Workflow-Aktion fragt einen Zustandswechsel an, dessen Ausführung von den fachlichen Prüfungen des konkreten Workflows abhängt; maßgeblich sind deshalb die an der Variante angebotenen Aktionen, nicht weitere aus der Tabelle abgeleitete Übergänge.
Erforderliche Berechtigungen
Die Oberfläche benötigt mehrere getrennte Berechtigungen. Eine Rolle kann deshalb die Variante sehen, ohne Workflow-Aktionen laden oder ausführen zu dürfen.
| Aufgabe | Erforderliche Berechtigung |
|---|---|
| Variante in der Liste sehen | productvariants:list |
| Variantendetails öffnen | productvariants:read |
| Verfügbare Workflow-Aktionen und Blockiergründe laden | workflow_instances:read |
| Lifecycle-Aktion anfragen | productvariants:create |
| Fehlende Lifecycle-Zuordnung reparieren | pim_variant_lifecycle:repair |
Die Reparaturberechtigung gehört nur in eine administrative Rolle. Für den normalen Lifecycle benötigen Produktteams keine Rechte zum Bearbeiten von Workflow-Definitionen, Zuständen oder Aktionen.
Fehlt eine Berechtigung, lassen Sie die Rollenzuordnung durch einen Workspace-Administrator prüfen. Erweitern Sie eine Rolle nicht pauschal um Workflow-Verwaltungsrechte.
Readiness-Blocker und Statusänderungen
Readiness und Lifecycle bleiben getrennt. Ein kanalbezogener Readiness-Blocker verhindert deshalb nicht automatisch die Aktion Bereitstellung anfordern oder Aktivieren.
Ein Readiness-Problem blockiert den Statuswechsel nur dann, wenn der aktive Workflow die betreffende Prüfung als Validator oder Zulassungsregel für genau diesen Übergang verwendet. In diesem Fall zeigt Workspace die Aktion gesperrt und nennt die ermittelten Gründe. Beheben Sie die Datenlücke, aktualisieren Sie die Readiness und laden Sie die Variante erneut.
Unabhängig davon bleibt ein Produkt mit kanalbezogenen Readiness-Blockern für die Veröffentlichung unvollständig. Ein erfolgreicher Wechsel zu ready oder active hebt solche Blocker nicht auf.
Typische Lifecycle-Pfade
| Situation | Passender Pfad |
|---|---|
| Neue Variante vorbereiten und aktivieren | draft → ready → active |
| Begrenzte Korrektur an einer aktiven Variante | active → active_correction → active |
| Variante vorübergehend einschränken | active → restricted → active |
| Rückruf bearbeiten | active → recall → restricted; nach fachlicher Prüfung gegebenenfalls zurück zu active |
| Variante dauerhaft aus dem aktiven Sortiment nehmen | active → eol → discontinued |
| Nie produktiv genutzte Variante schließen | draft oder ready → discarded |
Lifecycle, Produktfreigabe und Site-Release unterscheiden
| Vertrag | Beantwortete Frage |
|---|---|
| Varianten-Lifecycle | Welchen fachlichen Status hat die Produktvariante und welcher Zustandswechsel ist als Nächstes zulässig? |
| Readiness | Sind die für einen bestimmten Vertriebskanal erforderlichen Daten wie Pflichtattribute, Preis, Inhalt und Medien vollständig? |
| Produktveröffentlichungsfreigabe | Darf die Variante im gewählten Vertriebskanal gelistet oder gesucht werden? |
| Produktroute | Unter welchem veröffentlichten Pfad kann eine Produktseite ausgeliefert werden? |
| Site-Release | Welcher geprüfte Build der gesamten Site ist live? |
ready bezeichnet einen Lifecycle-Status, nicht die vollständige kanalbezogene Readiness. Auch active allein macht eine Variante weder sichtbar noch kaufbar. Prüfen Sie vor der Veröffentlichung alle vier Verträge im vorgesehenen Vertriebskanal.
Die Produktveröffentlichungsfreigabe gilt für eine Variante in einem Vertriebskanal. Ein Site-Release friert dagegen Seiten, Vorlagen, Navigation und dynamische Routen eines Site-Builds ein und schaltet genau diesen Stand live. Eine aktive und freigegebene Variante kann daher weiterhin unsichtbar bleiben, wenn Produktroute oder veröffentlichter Site-Release fehlen. Den Site-Ablauf beschreibt CMS-Site prüfen und veröffentlichen.
Erfolgreiche Statusänderung erkennen
Eine Statusänderung ist abgeschlossen, wenn:
- die Aktion keinen Fehler mehr anzeigt,
- der Datensatz neu geladen wurde,
- im Tab
Workflowder erwartete Zielstatus steht und - die Aktionsleiste nur noch die zum neuen Status passenden Folgeaktionen anbietet.
Beispiele: Nach Bereitstellung anfordern steht der Status auf Bereit und Aktivieren wird angeboten. Nach Aktivieren steht er auf Aktiv; dort erscheinen unter anderem die Aktionen für Nachpflege, Einschränkung, Rückruf oder Auslauf. Eine bloße Bestätigung, dass die Anfrage angenommen wurde, ist noch kein Nachweis für den vollzogenen Wechsel.
Fehlende oder blockierte Aktion prüfen
Prüfen Sie in dieser Reihenfolge:
- Laden Sie den Datensatz neu. Eine zwischenzeitlich ausgeführte Aktion kann den Status und damit die verfügbaren Übergänge geändert haben.
- Prüfen Sie den aktuellen Status und vergleichen Sie ihn mit der Tabelle
Erlaubte Übergänge. Terminale Zustände bieten keine Folgeaktion. - Ist die Aktion sichtbar, aber gesperrt, öffnen Sie die Blockiergründe und beheben Sie die genannten fachlichen Voraussetzungen.
- Prüfen Sie die Readiness getrennt. Klären Sie, ob der Blocker nur die Veröffentlichung betrifft oder als Workflow-Prüfung angebunden ist.
- Prüfen Sie die Berechtigungen. Für Anzeige und Ausführung gelten die oben genannten getrennten Rechte.
- Kontrollieren Sie im Tab
Workflow, ob Status und Workflow-Zuordnung vorhanden sind. Folgen Sie bei einem sichtbaren Integritätshinweis dem administrativen Eskalationsweg. - Schließen Sie eine parallele Änderung aus. Wenn der aktuelle Status den Übergang nicht mehr erlaubt, wurde der Datensatz möglicherweise bereits in einer anderen Sitzung weitergeführt.
Ändern Sie den Status nicht direkt und reparieren Sie keine Workflow-Daten außerhalb der angebotenen administrativen Aktion.
Ergebnis prüfen
Öffnen Sie die Produktvariante und prüfen Sie den angezeigten Status sowie die angebotenen Workflow-Aktionen. Der Lifecycle ist nachvollziehbar, wenn der Status zum fachlichen Zustand der Variante passt und nur die erwarteten nächsten Aktionen verfügbar sind; für eine Veröffentlichung kontrollieren Sie danach zusätzlich Readiness, Veröffentlichung und Produktroute.
Nächste Schritte
- Ordnen Sie Produktfamilien und Varianten mit Produkte und Varianten verstehen ein.
- Bereiten Sie ein Produkt mit Ein Produkt veröffentlichen für die Veröffentlichung vor.
- Prüfen Sie kanalbezogene Freigaben mit Produktdaten veröffentlichen.