Lifecycle von Produktvarianten verstehen

Diese Referenz erklärt den Varianten-Lifecycle. Sie hilft Ihnen, den Status einer Produktvariante einzuordnen und den nächsten zulässigen Schritt zu wählen, denn der Lifecycle steuert den fachlichen Weg vom Entwurf bis zur aktiven, eingeschränkten oder endgültig eingestellten Variante.

Der Lifecycle gibt eine Variante nicht automatisch für einen Onlineshop frei. Für die Sichtbarkeit müssen zusätzlich Readiness, Veröffentlichung und Produktroute zum gewünschten Vertriebskanal passen.

Workflow-Aktionen in der Oberfläche finden

  1. Öffnen Sie PIM > Varianten & Preise > Varianten.
  2. Öffnen Sie die gewünschte Variante.
  3. Suchen Sie die Workflow-Aktionen in der Aktionsleiste oberhalb der Datensatz-Tabs. Dort erscheinen nur Übergänge, die zum aktuellen Status und zum gebundenen Workflow gehören.
  4. Öffnen Sie den Tab Workflow, um den angezeigten Status, die Workflow-Zuordnung und den technischen Workflow-Kontext zu prüfen.

Eine gesperrte Aktion bleibt sichtbar, wenn Workspace einen fachlichen Blockiergrund ermitteln konnte. Öffnen Sie die Aktion, um diese Gründe zu lesen. Fehlt der Lifecycle-Kontext vollständig, blendet Workspace die Aktionen aus und zeigt im Tab Workflow einen Fehlerhinweis. Eine dort angebotene Reparatur ist eine administrative Ausnahme und keine gewöhnliche Lifecycle-Aktion.

Eine neue Variante aus dem Entwurf weiterführen

Jede neu angelegte Produktvariante beginnt im Status draft (Entwurf). Gehen Sie anschließend so vor:

  1. Öffnen Sie die neue Variante und prüfen Sie im Tab Workflow den Status Entwurf.
  2. Pflegen und speichern Sie die erforderlichen Stammdaten. Für einen vollständigen Produktdatensatz folgen Sie Produktvariante vollständig pflegen.
  3. Wählen Sie in der oberen Aktionsleiste Bereitstellung anfordern.
  4. Prüfen Sie nach Abschluss der Aktion, ob der Status zu Bereit gewechselt hat und nun Aktivieren angeboten wird.
  5. Wählen Sie Aktivieren, wenn die Variante fachlich eingesetzt werden darf.
  6. Prüfen Sie anschließend den Status Aktiv und die nun verfügbaren Folgeaktionen.

Der Status ist kein frei wählbares Pflegefeld. Öffnen Sie die Variante und verwenden Sie eine der Workflow-Aktionen, die Workspace für den aktuellen Status anbietet; blockiert eine fachliche Prüfung den Übergang, sehen Sie dort auch die noch offenen Voraussetzungen.

Zustandsmodell

product_variant_lifecycle draft Entwurf draft ready Bereit ready draft->ready Bereitstellung anfordern discarded Verworfen discarded draft->discarded Verwerfen active Aktiv active ready->active Aktivieren ready->discarded Verwerfen correction Nachpflege active_correction active->correction Nachpflege starten restricted Eingeschränkt restricted active->restricted Einschränken recall Rückruf recall active->recall Rückruf starten eol Auslauf eol active->eol Als Auslauf markieren correction->active Nachpflege abschließen restricted->active Fortsetzen recall->restricted Rückruf aufheben discontinued Eingestellt discontinued eol->discontinued Einstellen

Die doppelt umrandeten Zustände discontinued und discarded sind terminal; von ihnen führt kein weiterer Standardübergang weg.

Status und Bearbeitbarkeit

AnzeigeTechnischer StatusBedeutungBearbeitbarkeit
EntwurfdraftInitialer Status einer neuen Variante. Produktteams bereiten die Variante fachlich vor.Bearbeitbar; Geschäftstyp und Workflow-Zuordnung folgen eigenen Aktionen und sind keine gewöhnlichen Pflegefelder.
BereitreadyDie Variante ist für die Aktivierung vorbereitet, aber noch nicht aktiv.Bearbeitbar; dieselben grundlegenden Workflow-Felder bleiben geschützt.
AktivactiveDie Variante ist fachlich aktiviert.Nicht direkt bearbeitbar. Nutzen Sie für zulässige Korrekturen die Nachpflege oder legen Sie für eine neue verkaufbare Fassung eine neue Version an.
Nachpflegeactive_correctionKontrollierte Korrektur einer aktiven Variante.Eingeschränkt bearbeitbar. Strukturprägende Angaben wie Familie, Fähigkeiten, Tracking-Art, Seriennummernquelle, SKU, Basiseinheit, Steuerklasse, Geschäftstyp und Workflow bleiben gesperrt.
EingeschränktrestrictedDie aktive Nutzung ist vorübergehend eingeschränkt.Nicht bearbeitbar. Die Standardaktion Fortsetzen führt zurück zu active.
RückrufrecallFür die Variante wurde ein Rückruf gestartet.Nicht bearbeitbar. Nach Aufhebung des Rückrufs wechselt sie zunächst zu restricted.
AuslaufeolDas Ende des Produktlebenszyklus ist eingeleitet.Nicht bearbeitbar. Die Variante kann anschließend endgültig eingestellt werden.
EingestelltdiscontinuedDie Variante ist endgültig eingestellt.Nicht bearbeitbar und terminal.
VerworfendiscardedEin Entwurf oder eine bereitgestellte Variante wird geschlossen, ohne jemals produktiv genutzt zu werden.Nicht bearbeitbar und terminal.

Erlaubte Übergänge

AusgangsstatusAktionZielstatus
draftBereitstellung anfordernready
readyAktivierenactive
activeNachpflege startenactive_correction
active_correctionNachpflege abschließenactive
activeEinschränkenrestricted
restrictedFortsetzenactive
activeRückruf startenrecall
recallRückruf aufhebenrestricted
activeAls Auslauf markiereneol
eolEinstellendiscontinued
draft oder readyVerwerfendiscarded

Eine Workflow-Aktion fragt einen Zustandswechsel an, dessen Ausführung von den fachlichen Prüfungen des konkreten Workflows abhängt; maßgeblich sind deshalb die an der Variante angebotenen Aktionen, nicht weitere aus der Tabelle abgeleitete Übergänge.

Erforderliche Berechtigungen

Die Oberfläche benötigt mehrere getrennte Berechtigungen. Eine Rolle kann deshalb die Variante sehen, ohne Workflow-Aktionen laden oder ausführen zu dürfen.

AufgabeErforderliche Berechtigung
Variante in der Liste sehenproductvariants:list
Variantendetails öffnenproductvariants:read
Verfügbare Workflow-Aktionen und Blockiergründe ladenworkflow_instances:read
Lifecycle-Aktion anfragenproductvariants:create
Fehlende Lifecycle-Zuordnung reparierenpim_variant_lifecycle:repair

Die Reparaturberechtigung gehört nur in eine administrative Rolle. Für den normalen Lifecycle benötigen Produktteams keine Rechte zum Bearbeiten von Workflow-Definitionen, Zuständen oder Aktionen.

Fehlt eine Berechtigung, lassen Sie die Rollenzuordnung durch einen Workspace-Administrator prüfen. Erweitern Sie eine Rolle nicht pauschal um Workflow-Verwaltungsrechte.

Readiness-Blocker und Statusänderungen

Readiness und Lifecycle bleiben getrennt. Ein kanalbezogener Readiness-Blocker verhindert deshalb nicht automatisch die Aktion Bereitstellung anfordern oder Aktivieren.

Ein Readiness-Problem blockiert den Statuswechsel nur dann, wenn der aktive Workflow die betreffende Prüfung als Validator oder Zulassungsregel für genau diesen Übergang verwendet. In diesem Fall zeigt Workspace die Aktion gesperrt und nennt die ermittelten Gründe. Beheben Sie die Datenlücke, aktualisieren Sie die Readiness und laden Sie die Variante erneut.

Unabhängig davon bleibt ein Produkt mit kanalbezogenen Readiness-Blockern für die Veröffentlichung unvollständig. Ein erfolgreicher Wechsel zu ready oder active hebt solche Blocker nicht auf.

Typische Lifecycle-Pfade

SituationPassender Pfad
Neue Variante vorbereiten und aktivierendraftreadyactive
Begrenzte Korrektur an einer aktiven Varianteactiveactive_correctionactive
Variante vorübergehend einschränkenactiverestrictedactive
Rückruf bearbeitenactiverecallrestricted; nach fachlicher Prüfung gegebenenfalls zurück zu active
Variante dauerhaft aus dem aktiven Sortiment nehmenactiveeoldiscontinued
Nie produktiv genutzte Variante schließendraft oder readydiscarded

Lifecycle, Produktfreigabe und Site-Release unterscheiden

VertragBeantwortete Frage
Varianten-LifecycleWelchen fachlichen Status hat die Produktvariante und welcher Zustandswechsel ist als Nächstes zulässig?
ReadinessSind die für einen bestimmten Vertriebskanal erforderlichen Daten wie Pflichtattribute, Preis, Inhalt und Medien vollständig?
ProduktveröffentlichungsfreigabeDarf die Variante im gewählten Vertriebskanal gelistet oder gesucht werden?
ProduktrouteUnter welchem veröffentlichten Pfad kann eine Produktseite ausgeliefert werden?
Site-ReleaseWelcher geprüfte Build der gesamten Site ist live?

ready bezeichnet einen Lifecycle-Status, nicht die vollständige kanalbezogene Readiness. Auch active allein macht eine Variante weder sichtbar noch kaufbar. Prüfen Sie vor der Veröffentlichung alle vier Verträge im vorgesehenen Vertriebskanal.

Die Produktveröffentlichungsfreigabe gilt für eine Variante in einem Vertriebskanal. Ein Site-Release friert dagegen Seiten, Vorlagen, Navigation und dynamische Routen eines Site-Builds ein und schaltet genau diesen Stand live. Eine aktive und freigegebene Variante kann daher weiterhin unsichtbar bleiben, wenn Produktroute oder veröffentlichter Site-Release fehlen. Den Site-Ablauf beschreibt CMS-Site prüfen und veröffentlichen.

Erfolgreiche Statusänderung erkennen

Eine Statusänderung ist abgeschlossen, wenn:

  • die Aktion keinen Fehler mehr anzeigt,
  • der Datensatz neu geladen wurde,
  • im Tab Workflow der erwartete Zielstatus steht und
  • die Aktionsleiste nur noch die zum neuen Status passenden Folgeaktionen anbietet.

Beispiele: Nach Bereitstellung anfordern steht der Status auf Bereit und Aktivieren wird angeboten. Nach Aktivieren steht er auf Aktiv; dort erscheinen unter anderem die Aktionen für Nachpflege, Einschränkung, Rückruf oder Auslauf. Eine bloße Bestätigung, dass die Anfrage angenommen wurde, ist noch kein Nachweis für den vollzogenen Wechsel.

Fehlende oder blockierte Aktion prüfen

Prüfen Sie in dieser Reihenfolge:

  1. Laden Sie den Datensatz neu. Eine zwischenzeitlich ausgeführte Aktion kann den Status und damit die verfügbaren Übergänge geändert haben.
  2. Prüfen Sie den aktuellen Status und vergleichen Sie ihn mit der Tabelle Erlaubte Übergänge. Terminale Zustände bieten keine Folgeaktion.
  3. Ist die Aktion sichtbar, aber gesperrt, öffnen Sie die Blockiergründe und beheben Sie die genannten fachlichen Voraussetzungen.
  4. Prüfen Sie die Readiness getrennt. Klären Sie, ob der Blocker nur die Veröffentlichung betrifft oder als Workflow-Prüfung angebunden ist.
  5. Prüfen Sie die Berechtigungen. Für Anzeige und Ausführung gelten die oben genannten getrennten Rechte.
  6. Kontrollieren Sie im Tab Workflow, ob Status und Workflow-Zuordnung vorhanden sind. Folgen Sie bei einem sichtbaren Integritätshinweis dem administrativen Eskalationsweg.
  7. Schließen Sie eine parallele Änderung aus. Wenn der aktuelle Status den Übergang nicht mehr erlaubt, wurde der Datensatz möglicherweise bereits in einer anderen Sitzung weitergeführt.

Ändern Sie den Status nicht direkt und reparieren Sie keine Workflow-Daten außerhalb der angebotenen administrativen Aktion.

Ergebnis prüfen

Öffnen Sie die Produktvariante und prüfen Sie den angezeigten Status sowie die angebotenen Workflow-Aktionen. Der Lifecycle ist nachvollziehbar, wenn der Status zum fachlichen Zustand der Variante passt und nur die erwarteten nächsten Aktionen verfügbar sind; für eine Veröffentlichung kontrollieren Sie danach zusätzlich Readiness, Veröffentlichung und Produktroute.

Nächste Schritte