Produktvariante vollständig pflegen

Nutzen Sie diesen Quickstart, wenn eine Produktvariante nicht nur angelegt, sondern für Verkauf und operative Abläufe vollständig vorbereitet werden soll. Nach Abschluss sind Identität, steuerliche Einordnung, Verkaufseinheit, Verpackung, Logistik, Erfüllung, Preis und Veröffentlichung bewusst gepflegt oder als nicht relevant eingeordnet.

Dieser Ablauf ersetzt keine fachliche Freigabe. Insbesondere die steuerliche Einordnung muss eine dafür verantwortliche Person festlegen.

Voraussetzungen

  • Die passende Produktfamilie und ihre erlaubten Fähigkeiten stehen fest.
  • Benötigte Maßeinheiten und Steuerklassen sind aktiv.
  • Sie wissen, über welchen Vertriebskanal die Variante angeboten werden soll.
  • Bei physischen Produkten ist geklärt, ob Lager, Lieferant, Beschaffung oder Fertigung die Ware bereitstellt.

Pflegeablauf

complete_product_variant identity 1. Identität und Fähigkeiten tax 2. Steuerdaten und Einheiten identity->tax commercial 3. Preis und Kaufmenge tax->commercial physical 4. Verpackung und Logistik commercial->physical fulfillment 5. Erfüllungsstrategie physical->fulfillment content 6. Inhalte und Kennungen fulfillment->content lifecycle 7. Lifecycle und Readiness content->lifecycle publish 8. Veröffentlichung lifecycle->publish

1. Identität und Fähigkeiten festlegen

Unter PIM > Varianten & Preise > Varianten öffnen Sie den Datensatz und prüfen Familie, Name, SKU, Geschäftstyp und Basiseinheit. Wählen Sie nur Fähigkeiten, welche die Familie erlaubt und die für diese Variante tatsächlich gelten.

Eine Fähigkeit beschreibt, was die Variante fachlich kann. Physisch, Digital, Service, Lizenz, Bundle und Gemessene Nutzung dürfen kombiniert werden. Die Kombination ersetzt weder die steuerliche Art der Leistung noch die Erfüllungsstrategie.

2. Steuerdaten und Einheiten pflegen

Im Systembereich der Variante pflegen Sie zwei getrennte Angaben:

AngabeBeantwortete FrageBeispiel
SteuerklasseWelcher fachlichen Steuerkategorie gehört das Produkt an?standard oder eine eigene aktive Klasse
Art der LeistungHandelt es sich steuerlich um Ware, elektronisch erbrachte Leistung oder sonstige Leistung?PHYSICAL_GOODS, ELECTRONICALLY_SUPPLIED_SERVICE oder SERVICE

Leiten Sie die Art der Leistung nicht allein aus der Lieferform ab. Ein digital zugestelltes Dokument ist nicht automatisch eine elektronisch erbrachte Leistung; umgekehrt legt eine physische Produktfähigkeit keinen Steuersatz fest, denn Workspace verbindet die Produktangaben später mit Steuergebiet, Kundenstatus und den eingerichteten Steuerregeln.

Zusätzlich prüfen Sie Basiseinheit und Grundpreisanzeige; wird die Variante zum Beispiel in Litern verkauft, muss die öffentliche Preisbasis zur gepflegten Einheit passen. Details zur Preisinterpretation stehen in Einkauf und Verkauf im Überblick.

3. Preis und Kaufmenge festlegen

Für die benötigte Preisliste legen Sie einen gültigen Verkaufspreis an. Prüfen Sie dabei Währung, Netto- oder Bruttobasis, Verkaufseinheit, Preisbasis, Mengenstaffel und Gültigkeitszeitraum.

Bei eingeschränkten Bestellmengen pflegen Sie Kaufmengenregeln. Mindestmenge, Höchstmenge und Schrittweite müssen zur Verkaufseinheit und zu den verfügbaren Packstufen passen. Ein Karton mit zehn Stück ersetzt keine Kaufmengenregel; beide Angaben erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

4. Verpackung und Logistik beschreiben

Für ein physisches Produkt pflegen Sie Gewicht, Abmessungen, Zerbrechlichkeit, Versandkennzeichen sowie Paket- und Palettenanzahl. Ein Logistikprofil bündelt Regeln, die Versand und operative Verarbeitung benötigen.

Modellieren Sie danach die tatsächlich verwendeten Packstufen. Ein Karton mit zehn gleichen Stück ist eine Verpackungsdefinition. Ein Display mit verschiedenen Varianten ist ein Mischgebinde. Pfand, Tausch, Mehrweg und Ladungsträger folgen eigenen Regeln. Der vollständige Entscheidungsweg steht in Verpackungen, Mehrweg und Ladungsträger modellieren.

5. Erfüllungsstrategie wählen

Bei physischen Varianten pflegen Sie den tatsächlichen Weg nach dem Verkauf: Lagerware, Standardsortiment mit Nachlieferung, Direktlieferung, Finalisierung, Montage, Fertigung oder auftragsbezogene Beschaffung.

Die Strategie beschreibt nicht, was das Produkt ist, sondern wie es erfüllt wird. Wählen Sie deshalb zuerst das Produktmodell und anschließend mit Lieferweg für Produkte festlegen die passende Erfüllungsstrategie.

6. Inhalte, Medien und Kennungen ergänzen

Für filterbare und vergleichbare Merkmale pflegen Sie strukturierte Attribute. Ergänzen Sie freizugebende Produktinhalte, Medien und die für Ihre Prozesse benötigten Kennungen. GTIN und andere Kennungen müssen zur konkreten Identität und gegebenenfalls zur Packstufe passen. Nutzen Sie dafür Artikelnummern und Produktkennungen pflegen.

Regulatorische Angaben zur physischen Verpackung gehören nicht in die quantitative Packstufe. Verknüpfen Sie dafür eine versionierte Verpackungsspezifikation und prüfen Sie deren Marktprofil mit Verpackungs-Compliance verwalten.

7. Lifecycle und Readiness prüfen

Mit den vorgesehenen Workflow-Aktionen führen Sie die Variante durch ihren Lifecycle. Prüfen Sie danach die Readiness für jeden vorgesehenen Vertriebskanal. Readiness erkennt fehlende Voraussetzungen, ändert aber weder den Lifecycle-Status noch die Veröffentlichung.

8. Veröffentlichen

Vor der Veröffentlichung prüfen Sie Produkt-Route, freigegebene Inhalte, Preis und Kanalveröffentlichung. Aktivieren Sie die Veröffentlichung erst, wenn die kanalbezogene Readiness keine Blocker mehr zeigt. Der vollständige Ablauf steht in Produktdaten veröffentlichen.

Ergebnis prüfen

Die Variante ist vollständig vorbereitet, wenn Sie diese Fragen beantworten können:

  • Ist eindeutig, was verkauft oder verwaltet wird?
  • Sind Steuerklasse, Art der Leistung, Einheit und Preis bewusst gewählt?
  • Sind bei physischen Produkten Packstufen, Mehrweg, Logistik und Erfüllung passend modelliert?
  • Sind Inhalte, Kennungen und Lifecycle-Status gepflegt?
  • Ist Readiness für den Zielkanal frei von Blockern und die Veröffentlichung bewusst aktiviert?

Eine nicht benötigte Angabe darf leer bleiben, wenn sie für diese Variante fachlich nicht gilt. Dokumentieren Sie solche Entscheidungen in Ihrem Produktdatenprozess, statt Platzhalterwerte zu verwenden.

Nächste Schritte