Produktkennungen pflegen
Nutzen Sie diese Referenz, wenn Sie Produkte über EAN, GTIN, UPC, ISBN, ISSN, VIN oder ein eigenes Branchensystem wiederfinden, scannen oder importieren möchten. Nach Abschluss ist klar, welches Nummernsystem Sie konfigurieren, wo Sie die Kennung pflegen und woran Sie eine erfolgreiche Suche erkennen.
Entscheidung
Wählen Sie zuerst den richtigen Nummerntyp:
| Situation | Verwenden Sie |
|---|---|
| Interne Artikelnummer der kaufbaren Variante | SKU |
| Externe Produktkennung wie GTIN, EAN-13, UPC-A, ISBN, ISSN oder VIN | Produktkennung |
| Einzelnes physisches Gerät oder eindeutig verfolgbare Einheit | Seriennummer |
| Produktions-, Liefer- oder Haltbarkeitslos | Charge |
| Eigener Branchen- oder Kundenschlüssel für Produktstammdaten | Eigener Kennungstyp |
Eine Produktkennung beschreibt Stammdaten. Sie ersetzt keine Lagerbewegung, keine Seriennummer und keine Charge.
Typen planen
Workspace bringt Standards für häufige Nummernsysteme mit:
| System | Typische Nutzung |
|---|---|
| GTIN, EAN-13, EAN-8, UPC-A | Handel, Verpackung, Barcodes und Scan-Suche |
| ISBN | Bücher und Verlagsprodukte |
| ISSN | Zeitschriften und Reihen |
| VIN | Fahrzeuge und Fahrzeugkomponenten |
Legen Sie einen eigenen Kennungstyp an, wenn Ihr Markt, Lieferant oder Branchenprozess ein anderes Format verlangt. Definieren Sie dabei:
- welche Produktobjekte den Typ tragen dürfen,
- wie Workspace den Wert normalisiert,
- ob ein regulärer Ausdruck oder eine feste Validierung gilt,
- ob der Wert im Mandanten, pro Herausgeber oder pro Produktobjekt eindeutig sein muss.
Eindeutigkeit festlegen
Wählen Sie den Eindeutigkeitsbereich passend zur Nummer:
| Bereich | Nutzen Sie ihn für |
|---|---|
| Mandant | weltweit oder im eigenen Katalog eindeutige Produktkennungen |
| Herausgeber | Nummern, die nur zusammen mit Herausgeber und Land eindeutig sind |
| Produktobjekt | Nummern, die pro Familie oder Variante mehrfach in anderen Kontexten vorkommen dürfen |
Pflegen Sie den Herausgeber konsequent, wenn Sie den Bereich Herausgeber verwenden. Workspace normalisiert den Herausgeber-Schlüssel und den Ländercode, damit gleiche Nummern nicht durch Schreibvarianten wie GS1 und gs1 doppelt aktiv werden.
Kennungen pflegen
- Öffnen Sie
PIM>Konfiguration>Kennungstypen, wenn Sie einen eigenen Typ brauchen. - Legen Sie den Typ mit stabilem Schlüssel, Anzeige-Namen, erlaubtem Objekt und Eindeutigkeitsbereich an.
- Öffnen Sie
PIM>Katalog>Kennungen. - Wählen Sie Produktfamilie oder Produktvariante als Zielobjekt.
- Wählen Sie das Kennungssystem und geben Sie den Wert ein.
- Ergänzen Sie bei Bedarf den Herausgeber, zum Beispiel GS1, Verlag, Hersteller oder Kundensystem.
- Speichern Sie die Kennung.
Workspace normalisiert den Wert vor dem Speichern. Bei GS1-, ISBN-, ISSN- und VIN-Typen prüft Workspace zusätzlich die jeweilige Prüflogik. Ungültige Prüfziffern, falsche Zeichen oder nicht erlaubte Zielobjekte blockieren das Speichern.
Prüfen
Die Pflege ist abgeschlossen, wenn:
- die Kennung im Kennungsregister aktiv sichtbar ist,
- eine Suche nach dem eingegebenen oder normalisierten Wert die passende Produktfamilie oder Produktvariante findet,
- doppelte aktive Kennungen im gewählten Eindeutigkeitsbereich abgelehnt werden,
- ein Nutzer ohne Leserecht auf das Zielobjekt keinen Resolve-Treffer erhält.
Abgrenzung zu Seriennummern und Chargen
Pflegen Sie Seriennummern und Chargen weiterhin im Lager- und Tracking-Prozess. Diese Nummern beschreiben konkrete physische Einheiten oder Lose. Produktkennungen beschreiben dagegen den Stammdatensatz, zum Beispiel eine Variante oder Familie, die viele physische Einheiten haben kann.
Beispiel: Eine EAN-13 identifiziert die verkaufbare Variante Akku 12 V / 5 Ah. Jede ausgelieferte Batterie kann zusätzlich eine eigene Seriennummer tragen. Beide Nummern sind fachlich richtig, aber sie lösen unterschiedliche Aufgaben.
Beispiele
| Fall | Passende Pflege |
|---|---|
| Handelsartikel mit Barcode | EAN-13 oder GTIN an der Produktvariante |
| Buch | ISBN an der Produktvariante oder Produktfamilie |
| Fahrzeug oder Fahrzeugkomponente | VIN, wenn die Kennung den Stammdatensatz beschreibt |
| Lieferanten- oder OEM-Schlüssel mit eigenem Format | Eigener Kennungstyp mit Herausgeber oder Produktobjekt als Eindeutigkeitsbereich |
Nächste Schritte
- Modellieren Sie Familien und Varianten mit PIM-Grundlagen.
- Prüfen Sie Variantenentscheidungen mit Produktmodellierung: Entscheidungshilfe.
- Planen Sie Seriennummern- und Chargenprozesse getrennt von Produktkennungen.