PIM-Grundlagen

Nutzen Sie diese Seite, wenn Sie Produkte pflegen möchten und zuerst die Grundbegriffe verstehen wollen. Bedeutung: PIM: Workspace sammelt dort Produktdaten, Preise, Inhalte, Medien und Veröffentlichungsprüfungen.

Ein gutes Produktmodell beantwortet vier Fragen:

  • Welche Produkte gehören fachlich zusammen?
  • Welche konkrete Variante kann ein Kunde kaufen oder ein Team verwalten?
  • Welche Eigenschaften sollen Teams strukturiert pflegen, filtern oder vergleichen?
  • Wo liegen Inhalte, Medien, Preise und Veröffentlichung?

Gesamtbild

So hängen die wichtigsten Bausteine zusammen:

pim_basics family Produktfamilie variant Produktvariante family->variant attributes Attribute variant->attributes content Inhalte variant->content media Medien variant->media prices Preise variant->prices publishing Veröffentlichung variant->publishing

Die Familie gibt die gemeinsame Struktur vor. Die Variante trägt die konkrete kaufbare oder verwaltete Ausprägung. Attribute, Inhalte, Medien, Preise und Veröffentlichung ergänzen diese Variante für Verkauf, Shop, Lager und Auswertungen.

Die wichtigsten Begriffe

Produktfamilie bündelt ähnliche Produkte. Sie beschreibt, welche Struktur diese Produkte gemeinsam haben. Eine Familie kann zum Beispiel alle T-Shirts, alle Wartungspakete oder alle Softwarelizenzen bündeln. Beim Anlegen wählen Sie den Attributsatz früh aus. Die einzelnen Attributwerte pflegen Sie anschließend im Detail, wenn die Familie modelliert ist.

Produktvariante ist die konkrete Ausprägung. Sie ist das, was später verkauft, bestellt, gelagert, abgerechnet oder veröffentlicht wird. Beispiele sind Tshirt Weiss, Wartung Standard oder Lizenz 12 Monate.

Attribut ist ein strukturiertes Merkmal wie Farbe, Material, Leistung, Spannung, Laufzeit oder Anschluss. Nutzen Sie Attribute, wenn ein Wert später gefiltert, verglichen oder einheitlich gepflegt werden soll.

Produktinhalt beschreibt, was ein Kanal zeigen soll: Texte, Vorteile, redaktionelle Angaben und strukturierte Inhaltsfelder. Produktinhalte ersetzen keine Stammdaten wie SKU, Einheit, Steuerklasse oder Preis.

Medium: ist eine Datei, die einem Produkt zugeordnet wird. Typische Beispiele sind Produktbilder, Datenblätter, Handbücher, Zertifikate oder Videos. Medien ergänzen Produktinhalte, ersetzen sie aber nicht.

Preisliste gibt den Preisrahmen vor. Sie enthält zum Beispiel Währung, Gültigkeit und kaufmännischen Kontext.

Vertriebskanal: beschreibt, wo ein Produkt veröffentlicht werden soll. Beispiele sind B2B-Shop, B2C-Shop, Marktplatz oder Katalog.

Readiness: prüft, ob ein Produkt zur Veröffenlichung für einen bestimmten Kanal vollständig ist. Typische Prüfungen sind vorhandene Preise, Bilder, Pflichtattribute und freigegebene Inhalte.

Wann Sie Produktfamilien verwenden

Legen Sie eine eigene Produktfamilie an, wenn mehrere Varianten dieselbe fachliche Struktur teilen. Eine Familie lohnt sich, wenn die Varianten ähnliche Merkmale, ähnliche Textfelder oder dieselben Variantenachsen brauchen.

Typische Beispiele:

SituationEmpfehlung
Akkus unterscheiden sich nach Spannung, Kapazität und Bauform.Eine Familie Akkus mit Attributen wie Spannung und Kapazität.
Wartungspakete unterscheiden sich nach Umfang und Reaktionszeit.Eine Familie Wartungspakete mit Varianten für Kompakt, Standard und Premium.

Verwenden Sie Familien nicht nur als Ordner für beliebige Produkte. Wenn zwei Produkte völlig andere Merkmale, Inhalte und Verantwortlichkeiten haben, brauchen sie meist getrennte Familien.

Wann Sie Varianten verwenden

Legen Sie eine Variante an, wenn die konkrete Ausprägung eine eigene kaufbare oder verwaltete Identität hat.

Eine eigene Variante ist sinnvoll, wenn sich mindestens einer dieser Punkte ändert:

  • SKU oder Artikelnummer
  • Preis
  • Einheit, zum Beispiel Stück, Tag, Stunde oder Kilogramm
  • Bestand, Lieferung oder Erfüllung
  • Steuerklasse
  • Laufzeit, Größe, Farbe, Material oder Paketumfang, wenn Kunden gezielt auswählen

Nutzen Sie keine neue Variante für reine Textunterschiede. Wenn nur die Beschreibung für einen Webshop oder eine Sprache anders ist, pflegen Sie Produktinhalte.

Aktive Varianten ändern

Ändern Sie eine aktive Produktvariante nicht direkt, wenn die Änderung fachlich eine neue verkaufbare Fassung ist. Klonen Sie die Variante stattdessen als neue Version. So bleibt die bisherige Variante für laufende Bestellungen, Reservierungen, Berichte und historische Belege bestehen, während Sie die neue Fassung als Entwurf vorbereiten.

Beim Klonen übernimmt Workspace die pflegbaren Produktdaten, die für die neue Fassung sinnvoll wiederverwendbar sind: Stammdaten, Attribute, Texte, Medien, Verpackungsdefinitionen, Mischgebinde, Verkaufspreise und Relationen. Operative Daten wie Lagerbestand, Reservierungen, Picks, Versandbewegungen und Veröffentlichungsfreigaben bleiben bei der bisherigen Variante. Prüfen Sie Produkt-Routen und Veröffentlichungen für die neue Version bewusst neu.

pim_variant_clone_flow active_old Aktive Variante Version 1 clone Variante klonen active_old->clone draft_new Neue Version als Entwurf clone->draft_new edit Daten prüfen und ändern draft_new->edit active_new Neue Version aktivieren edit->active_new publish Readiness, Route und Veröffentlichung prüfen active_new->publish

Nutzen Sie die Versionsauswahl in der Variante, um zwischen alten und neuen Fassungen zu wechseln. Die Versionsnummer zeigt die fachliche Reihenfolge der Fassungen innerhalb derselben Variantenfamilie.

Bestand bei Varianten-Versionen

Bestand gehört immer zu genau der Variante, auf die er gebucht wurde. Wenn Version 1 Lagerbestand hat und Sie Version 2 aktivieren, wandert dieser Bestand nicht automatisch mit. Das ist Absicht: Lagerjournal, Reservierungen, Wareneinsatz und Versandhistorie müssen nachvollziehbar bleiben.

Für einfache physische Lagerware können Sie freien Bestand von einer alten auf eine aktive neue Version übertragen. Workspace prüft zuerst, welche Menge frei ist. Reservierte, gepickte oder bereits gebundene Mengen bleiben auf der alten Variante. Varianten mit Seriennummern- oder Chargenführung übertragen Sie nicht pauschal; klären Sie diese Bestände über die passenden Lager- oder Fertigungsprozesse.

pim_variant_stock_transfer old_stock Bestand auf alter Variante split Verfügbarkeit prüfen old_stock->split reserved Reserviert oder gepickt bleibt auf alter Variante split->reserved gebunden free Freier Bestand split->free frei ledger Lagerjournal bucht Ausgang und Eingang free->ledger new_stock Bestand auf aktiver neuer Variante ledger->new_stock

Prüfen Sie vor der Übertragung:

  • Beide Varianten gehören zur selben Versionsgruppe.
  • Die Zielversion ist aktiv.
  • Beide Varianten sind physische Varianten ohne Seriennummern- oder Chargenführung.
  • Die Basiseinheit ist identisch.
  • Die freie Menge reicht fachlich aus.

Wie Sie Attribute planen

Starten Sie mit den Fragen, die Benutzer später beantworten müssen:

  • Wonach sollen Kunden suchen oder filtern?
  • Welche Werte sollen im Angebot oder auf der Produktseite vergleichbar sein?
  • Welche Merkmale müssen Teams immer gleich schreiben?
  • Welche Angaben sind nur redaktioneller Text?

Nutzen Sie Attribute für stabile, vergleichbare Werte. Nutzen Sie Produktinhalte für Texte, Erklärungen, Vorteile, SEO und kanalbezogene Darstellung.

Beispiele:

AngabeBesser als AttributBesser als Produktinhalt
Farbe SchwarzJa, wenn Kunden danach filtern.Nur, wenn sie nur im Text erwähnt wird.
Spannung 12 VJa, weil sie vergleichbar ist.Nein.
Vorteil besonders leiseNur, wenn es eine feste Klassifizierung gibt.Ja, als Beschreibung oder Vorteil.

Verwenden Sie Attribut-Wertelisten, wenn Benutzer nur definierte Werte auswählen sollen. Das verhindert Schreibvarianten wie schwarz, Schwarz und black für denselben fachlichen Wert.

Die konkrete Pflege von Attributsätzen, Gruppen, Attributen und Wertelisten steht in Attribute und Wertelisten pflegen.

Wo Sie Inhalte und Medien pflegen

Pflegen Sie Produktinhalte an der Produktvariante, wenn ein Kanal Texte, SEO-Angaben oder strukturierte Inhaltsfelder braucht. Wählen Sie dabei Sprache, Vertriebskanal und Zweck passend zum Ziel.

Pflegen Sie Medien an der Variante, wenn Bilder, Dokumente oder Dateien für Veröffentlichung, Vertrieb oder Nachweisführung gebraucht werden. Prüfen Sie vor der Veröffentlichung, ob die Medien freigegeben sind und zum Zielkanal passen.

Wo Sie Preise pflegen

Verkaufspreise und Einkaufspreise haben unterschiedliche Aufgaben.

PreisartWo pflegen Sie sie?Wofür ist sie da?
VerkaufspreisPIM > Varianten & PreisePreise für Verkauf, Shop, Angebot, Warenkorb oder Rechnung.
EinkaufspreisBeschaffung > LieferantenpreislistenKonditionen eines Lieferanten für Einkauf, Beschaffung und Margenprüfung.

Pflegen Sie Preise für die konkrete Variante oder für ein ausdrücklich verkaufbares Mischgebinde. Eine Produktfamilie beschreibt die Struktur, ist aber normalerweise nicht der Preis selbst.

Empfohlene Reihenfolge

  1. Klären Sie, welche Produkte fachlich zusammengehören.
  2. Legen Sie die Produktfamilie mit dem passenden Attributsatz fest.
  3. Legen Sie die konkreten Varianten an.
  4. Pflegen Sie gemeinsame Attribute an der Familie und konkrete Ausprägungen an den Varianten.
  5. Ergänzen Sie Produktinhalte, Medien und kanalbezogene Texte.
  6. Pflegen Sie Verkaufspreise im PIM-Bereich Varianten & Preise.
  7. Pflegen Sie Einkaufspreise in Lieferantenpreislisten, wenn Beschaffung oder Margenprüfung betroffen sind.
  8. Prüfen Sie Readiness, bevor Sie Produkte veröffentlichen.

Beispiel: Ein Produkt in Workspace

Produktfamilie: USV-Anlagen

Variante: USV 3000 VA Rack

Attribute:

  • Leistung: 3000 VA
  • Bauform: Rack
  • Spannung: 230 V

Inhalte:

  • Produktbeschreibung
  • Technische Highlights
  • SEO-Text für den Shop

Medien:

  • Produktbilder
  • Datenblatt
  • Handbuch

Preise:

  • Verkaufspreis
  • Einkaufspreis

Vertriebskanal: B2B-Shop

Readiness: Prüft vor der Veröffentlichung, ob Pflichtattribute, Bilder, Texte und Preise vollständig sind.

Häufige Fehlentscheidungen

  • Eine Familie enthält Produkte, die fachlich nicht zusammengehören.
  • Eine Variante wird nur angelegt, weil ein Text anders aussehen soll.
  • Ein wichtiger Filterwert steht im Beschreibungstext statt als Attribut.
  • Einkaufspreise und Verkaufspreise werden vermischt.
  • Preise werden nur für die Familie gedacht, obwohl der Kunde eine konkrete Variante kauft.
  • Readiness wird als automatische Veröffentlichung verstanden. Readiness zeigt Datenlücken, veröffentlicht aber kein Produkt.

Nächste Schritte