Produktpflege im Überblick

PIM bedeutet Produktinformationsmanagement. In diesem Bereich pflegen Sie die Struktur, Merkmale, Texte, Medien und Verkaufspreise eines Produkts. Workspace stellt diese Informationen anschließend für Vertrieb, Onlineshop, Beschaffung, Lager und Service bereit.

Diese Seite ist Ihr Einstieg. Nach drei Minuten wissen Sie, welche fünf Arbeitsschritte zu einem veröffentlichbaren Produkt führen und welche Anleitung Sie für Ihre aktuelle Aufgabe brauchen. Fehlende Voraussetzungen fasst Workspace als Readiness-Hinweise zusammen.

Was Workspace PIM verbindet

Workspace behandelt Produktdaten nicht als getrennte Text- und Bildsammlung. Die Produktvariante verbindet das fachliche Modell mit Preis, Beschaffung, Bestand, Fulfillment, Inhalt und Veröffentlichung. Dadurch arbeiten die beteiligten Teams am selben Produktkontext, während fachliche Freigaben getrennt bleiben.

VorteilNutzen im ArbeitsalltagVertiefung
Ein Modell für unterschiedliche AngeboteFamilien und Varianten bilden physische Produkte, digitale Inhalte, Services, Lizenzen, Bundles und gemessene Nutzung auch kombiniert ab.Produkte und Varianten verstehen
Produktdaten im operativen AblaufSteuer, Verkaufspreis, Verpackung, Logistik und Fulfillment werden an derselben Variante gepflegt, die später verkauft, bestellt oder gelagert wird.Produktvariante vollständig pflegen
Kontrollierte InhaltsarbeitProduktteams prüfen Texte, Medien und KI-gestützte Entwürfe mit Quellenbezügen, bevor sie Inhalte gezielt übernehmen oder freigeben.Produktinhalte pflegen
Getrennte VeröffentlichungsentscheidungenReadiness, Inhaltsfreigabe, Produkt-Route und kaufmännische Veröffentlichung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Nur ihr Zusammenspiel macht ein Produkt im Zielkanal sichtbar.Produktdaten veröffentlichen
Sichere Änderungen an aktiven VariantenEine neue Varianten-Version übernimmt geeignete Stammdaten. Freier Bestand kann unter klaren Voraussetzungen bewusst auf die aktive Nachfolgeversion übertragen werden.Aktive Varianten ändern
Sichtbarer Handlungsbedarf bei KatalogverlustenKatalogschutz macht große Verluste in Storefronts und Produktkanälen als bearbeitbaren Vorfall sichtbar, ohne beabsichtigte Sortimentsentscheidungen zu blockieren.Katalogschutz verwalten

Der Arbeitsweg zum sichtbaren Produkt

Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor. Beginnen Sie nicht mit Texten oder einer Produktseite, solange die fachliche Struktur noch offen ist.

pim_workflow understand 1. Begriffe verstehen model 2. Struktur wählen understand->model maintain 3. Daten und Inhalte pflegen model->maintain check 4. Readiness prüfen maintain->check publish 5. Veröffentlichen check->publish
Ihre AufgabePassende Anleitung
Produktfamilie, Variante, Attribut und Inhalt unterscheidenProdukte und Varianten verstehen
Status und nächste Aktion einer Produktvariante einordnenLifecycle von Produktvarianten verstehen
Eine Variante einschließlich Steuer, Verpackung, Logistik und Erfüllung vollständig pflegenProduktvariante vollständig pflegen
Entscheiden, ob etwas Variante, Attribut, Relation oder Paket istDie passende Produktstruktur wählen
Eine gewählte Struktur dauerhaft und auch für Sonderfälle pflegenProduktstrukturen dauerhaft pflegen
Packstufen, Mehrweg, Ladungsträger und Verpackungs-Compliance trennenVerpackungen, Mehrweg und Ladungsträger modellieren
Attribute und einheitliche Wertelisten einrichtenAttribute und Wertelisten pflegen
Produkttexte, Medien und kanalbezogene Inhalte pflegenProduktinhalte pflegen
Eine aktive Variante als neue Version vorbereiten und freien Bestand übertragenAktive Varianten ändern
Ein einzelnes Produkt zügig veröffentlichenEin Produkt veröffentlichen
Readiness, Route und Freigabe im Detail verstehenProduktdaten veröffentlichen
Große Verluste im öffentlichen Katalog untersuchenKatalogschutz verwalten

Die Produktfamilie beschreibt die gemeinsame Struktur. Eine Produktvariante ist die konkrete kaufbare oder verwaltete Ausprägung. Attribute machen Eigenschaften vergleichbar; Inhalte und Medien erklären das Produkt für Menschen. Preise, Vertriebskanal und Veröffentlichung bestimmen schließlich, wo und zu welchen Bedingungen es angeboten wird.

Arbeitsbereiche

Unter PIM > Katalog verwalten Sie Familien, Kategorien, Kollektionen, Marken und die Klassifikation mit Attributsätzen und Attribut-Wertelisten.

PIM > Varianten & Preise organisiert Varianten, Verkaufspreise, Preislisten, Mischgebinde und Readiness-Probleme. Einkaufspreise pflegen Sie dagegen in Lieferantenpreislisten unter Beschaffung.

PIM > Inhalte organisiert Produkttexte, Medien, Bewertungen, Produkt-Routen, Inhaltszwecke, Inhaltsschemata und Inhaltsprofile.

Unter PIM > Stammdaten verwalten Sie unter anderem Maßeinheiten und Steuerklassen. Readiness-Anforderungen, Snippet-Vorlagen und Vertriebskanäle finden Sie unter PIM > Konfiguration.

Zentrale Bausteine

Produktfamilien beschreiben die gemeinsame Struktur ähnlicher Produkte, zum Beispiel T-Shirts, Notebooks oder USV-Anlagen. Nutzen Sie Familien, wenn mehrere Varianten dieselben Merkmale, Textfelder oder Variantenachsen (Dimension der Produktvariation) brauchen.

Produktvarianten sind konkrete Ausprägungen, die verkauft, bestellt, gelagert, bepreist oder veröffentlicht werden. Beispiele sind T-Shirt Blau M, USV 3000 VA Rack oder Wartung Premium.

Der Varianten-Lifecycle führt eine Produktvariante vom Entwurf über die fachliche Aktivierung bis zur Einschränkung, zum Rückruf oder zur endgültigen Einstellung. Statuswerte sind nicht frei wählbar; verwenden Sie die angebotenen Workflow-Aktionen.

Produktbeziehungen visuell prüfen

Öffnen Sie eine Produktfamilie und wählen Sie Übersicht. Der Graph zeigt die Familie zusammen mit ihren Kategorien, ihrer Marke, ihrem Hersteller und ihren Varianten. Versionslinien und Bundle-Bestandteile werden als eigene Beziehungen dargestellt. Bewegen Sie den Zeiger über einen Knoten oder fokussieren Sie ihn mit der Tastatur, um seine Details zu sehen. Ein Klick öffnet den verknüpften Datensatz.

Im Tab Übersicht einer Produktvariante zeigt derselbe Graph ausgehende Relationen, Versionen und Bundle-Bestandteile. Wechseln Sie zum getrennten Tab Relationen, um Relationen in der Liste anzulegen oder zu ändern.

Ziehen Sie Knoten und Kurvenpunkte an die gewünschte Position. Workspace merkt sich die Anordnung lokal für den Datensatz. Nutzen Sie Automatisch anordnen, um die Ausgangsanordnung wiederherzustellen. Mit den Symbolen oben rechts vergrößern, verkleinern oder zentrieren Sie den Graphen; auf freier Fläche verschieben Sie die gesamte Ansicht.

Der Graph zeigt nur gespeicherte Beziehungen. Er leitet keine Relationen aus Attributsatz, Steuerklasse oder Workflow ab. Bei großen Datenmengen fasst er weitere Einträge mit ihrer Gesamtzahl zusammen.

Produktfähigkeiten festlegen

Wählen Sie beim Anlegen einer Produktfamilie mindestens eine erlaubte Fähigkeit. Eine Familie kann mehrere Fähigkeiten kombinieren:

FähigkeitTypischer Einsatz
PhysischLagerung, Versand und Logistik
DigitalDownload, Stream oder digitale Auslieferung
ServiceDienstleistung oder wiederkehrende Leistung
LizenzLizenzpool, Provisionierung und Aktivierung
BundleProduktpaket aus mehreren Varianten
Gemessene NutzungVerbrauchsabhängige Abrechnung eines Service

Wählen Sie anschließend für jede Variante mindestens eine aktive Fähigkeit aus der Familienmenge. Sie können mehrere Fähigkeiten kombinieren. Gemessene Nutzung benötigt zusätzlich die Fähigkeit Service.

Workspace setzt keine physische Fähigkeit automatisch. Wenn Sie keine Fähigkeit auswählen oder eine von der Familie nicht erlaubte Fähigkeit wählen, blockiert Workspace das Speichern und lässt die bestehenden Produktdaten unverändert.

Attribute beschreiben strukturierte Merkmale wie Farbe, Gewicht, Spannung, Material oder Laufzeit. Nutzen Sie Attribute, wenn Teams Werte filtern, vergleichen oder kontrolliert pflegen sollen.

Inhalte beschreiben das Produkt für einen Veröffentlichungskanal: Produktname, Kurzbeschreibung, Langbeschreibung, SEO-Text, Vorteile oder technische Abschnitte. Medien ergänzen Bilder, Datenblätter, Handbücher, Zertifikate oder Videos.

Preise gehören zur konkreten Variante oder zu einem verkaufbaren Mischgebinde. Verkaufspreise pflegen Sie im PIM; Einkaufspreise pflegen Sie in Lieferantenpreislisten.

Standardeinheiten übernehmen

Öffnen Sie PIM > Stammdaten > Maßeinheiten und wählen Sie Standardeinheiten hinzufügen. Suchen Sie im Katalog nach Bezeichnung, Code oder Symbol und wählen Sie alle benötigten Einheiten aus. Workspace ergänzt erforderliche Basiseinheiten und zeigt sie vor dem Speichern an.

Bereits identisch vorhandene Einheiten bleiben unverändert und können nicht erneut ausgewählt werden. Weicht eine lokale Definition vom Standard ab, kennzeichnet Workspace den Konflikt und überschreibt keine Daten.

Erste Produktfamilie in einem leeren Workspace anlegen

Bereiten Sie zuerst Maßeinheit und Steuerklasse vor. Die Produktfamilie steht danach als Struktur für die erste Produktvariante bereit.

  1. Öffnen Sie PIM > Stammdaten > Maßeinheiten.
  2. Wählen Sie Standardeinheiten hinzufügen.
  3. Suchen Sie nach dem Code PC, wählen Sie die Einheit Stück aus und bestätigen Sie mit Ausgewählte hinzufügen.
  4. Öffnen Sie PIM > Stammdaten > Steuerklassen.
  5. Wählen Sie Anlegen, tragen Sie einen sprechenden Namen wie Standard und den Code standard ein und speichern Sie.
  6. Öffnen Sie die neue Steuerklasse, aktivieren Sie Aktiv und speichern Sie erneut.
  7. Öffnen Sie PIM > Katalog > Klassifikation > Attributsätze.
  8. Wählen Sie Anlegen, tragen Sie einen stabilen technischen Schlüssel wie standardprodukte ein und speichern Sie den Attributsatz.
  9. Öffnen Sie PIM > Katalog > Familien und wählen Sie Anlegen.
  10. Tragen Sie einen Namen ein, wählen Sie Stück als Basiseinheit und wählen Sie den zuvor angelegten Attributsatz.
  11. Wählen Sie unter Erlaubte Fähigkeiten mindestens eine Fähigkeit, die zum Produkt passt. Für einen lager- oder versandfähigen Artikel wählen Sie Physisch.
  12. Speichern Sie die Produktfamilie.

Wenn Workspace oberhalb einer Liste fehlende Voraussetzungen meldet, öffnen Sie die dort vorgeschlagene Aktion und ergänzen Sie den genannten Datensatz. Kehren Sie anschließend zur Produktfamilie zurück.

Erste Produktvariante anlegen

Eine Produktvariante ist der konkrete Produktdatensatz. Legen Sie sie erst an, wenn die passende Produktfamilie vorhanden ist.

  1. Öffnen Sie PIM > Varianten & Preise > Varianten.
  2. Wählen Sie Anlegen.
  3. Wählen Sie die Produktfamilie und geben Sie der Variante einen eindeutigen Namen. Am Namen muss der Unterschied zur Familie und zu anderen Varianten erkennbar sein, zum Beispiel T-Shirt – rot – XL.
  4. Prüfen Sie den Geschäftstyp. Für ein regulär verkaufbares Produkt wählen Sie Kommerziell.
  5. Wählen Sie unter Fähigkeiten mindestens eine Fähigkeit, die in der Produktfamilie erlaubt ist. Für einen lager- oder versandfähigen Artikel wählen Sie Physisch.
  6. Speichern Sie die Produktvariante.

Öffnen Sie die neue Variante anschließend im Detail, um SKU, Steuerklasse, Workflow und weitere verkaufs- oder veröffentlichungsrelevante Angaben zu pflegen.

Ersten Verkaufspreis anlegen

Eine neue Variante erscheint in Angeboten erst dann als auswählbar, wenn für den Angebotskontext ein gültiger Verkaufspreis vorhanden ist.

Öffnen Sie vor dem Anlegen die Preisliste. Dort legt das Feld Brutto fest, wie Workspace den gepflegten Betrag interpretiert. Bei aktivem Feld enthält der Betrag die Steuer, andernfalls ist er ein Nettobetrag. Diese Festlegung gilt für alle Preise der Liste.

  1. Öffnen Sie PIM > Varianten & Preise > Preise.
  2. Wählen Sie Anlegen.
  3. Wählen Sie die Produktvariante.
  4. Wählen Sie die aktive Preisliste. In einem neu eingerichteten Workspace können Sie zunächst Standardpreisliste verwenden.
  5. Tragen Sie unter Betrag den Verkaufspreis in der Währung der Preisliste ein.
  6. Bestätigen Sie mit Anlegen.
  7. Öffnen Sie den Preis und prüfen Sie Variante, Preisliste, Währung und Betrag.

Ein Einkaufspreis in einer Lieferantenpreisliste ersetzt diesen Verkaufspreis nicht. Fehlt die Variante später in der Produktauswahl eines Angebots, prüfen Sie zuerst, ob der Verkaufspreis zur Preisliste und Währung des Angebots passt.

Vertriebskanäle beschreiben, wo ein Produkt erscheinen soll, zum Beispiel B2B-Shop, B2C-Shop, Marktplatz oder Katalog. Mit Produkt-Routen legen Sie fest, über welchen Kanal ein freigegebener Inhalt veröffentlicht wird und unter welcher URL er erreichbar ist.

Readiness prüft, ob ein Produkt für einen Kanal vollständig gepflegt ist. Typische Prüfungen sind Pflichtattribute, Bilder, freigegebene Inhalte und gültige Preise. Readiness zeigt Datenlücken, veröffentlicht aber kein Produkt automatisch.

Typischer Ablauf

  1. Maßeinheiten und aktive Standard-Steuerklasse vorbereiten.
  2. Produktfamilie anlegen.
  3. Varianten erstellen.
  4. Steuerdaten, Einheiten und Preise pflegen.
  5. Bei physischen Produkten Verpackung, Logistik und Erfüllung festlegen.
  6. Attribute, Inhalte, Medien und Kennungen ergänzen.
  7. Vertriebskanal und Route prüfen.
  8. Lifecycle und Readiness abarbeiten.
  9. Produkt veröffentlichen.

Die Readiness-Arbeitsliste führt fehlende Preise, Inhalte, Medien und weitere Voraussetzungen in einem gemeinsamen Arbeitskontext zusammen. Sie zeigt Handlungsbedarf, erteilt aber keine Veröffentlichungsfreigabe.

Readiness-Problemliste mit blockierter Preisprüfung für eine Produktvariante
Readiness-Problemliste mit blockierter Preisprüfung für eine Produktvariante

Ergebnis prüfen

Der Einstieg ist abgeschlossen, wenn Sie Ihre Aufgabe einem der fünf Schritte zuordnen können. Für ein neues Produkt beginnen Sie mit den Grundbegriffen und der Strukturentscheidung. Bei einem bestehenden Produkt wechseln Sie direkt zu Attributen, Inhalten, Readiness oder Veröffentlichung.

Nächste Schritte

Grenzen

PIM-Status folgen dem Varianten-Lifecycle und sind keine freien Statuswerte. Eine Produkt-Route veröffentlicht nicht automatisch eine Variante. Readiness ersetzt keine fachliche Freigabe durch das verantwortliche Team.