PIM-Fähigkeiten

Nutzen Sie PIM, um Produktinformationen (PIM) zentral zu pflegen und kontrolliert in Vertriebskanälen bereitzustellen. Dazu gehören Produktstruktur, Varianten, Attribute, Inhalte, Medien, Preise, Vertriebskanäle, Readiness (Bereitschaft) und Veröffentlichung.

Das Ziel ist einfach: Teams pflegen Produktdaten einmal sauber und nutzen sie danach konsistent in Shop, Vertrieb, Beschaffung, Lager, Service und Auswertungen.

Wenn Sie die Grundbegriffe zuerst lernen möchten, starten Sie mit PIM-Grundlagen. Wenn Sie ein Produkt veröffentlichen möchten, nutzen Sie Quickstart: Produkt veröffentlichen.

Produktverwaltung im Überblick

Ein Produkt entsteht in Workspace aus mehreren Bausteinen:

pim_capabilities family Produktfamilie variant Produktvariante family->variant attributes Attribute variant->attributes content Inhalte & Medien attributes->content prices Preise content->prices channels Vertriebskanäle prices->channels publishing Veröffentlichung channels->publishing

Die Produktfamilie beschreibt die gemeinsame Struktur. Die Produktvariante ist die konkrete kaufbare oder verwaltete Ausprägung. Attribute machen Eigenschaften vergleichbar. Inhalte und Medien erklären das Produkt für Menschen. Preise steuern Verkauf und Marge. Vertriebskanäle und Veröffentlichungen entscheiden, wo ein Produkt sichtbar wird.

Arbeitsbereiche

PIM > Katalog organisiert Familien, Kategorien, Kollektionen und Marken.

PIM > Varianten & Preise organisiert Varianten, Verkaufspreise, Preislisten, Mischgebinde und Readiness-Probleme. Einkaufspreise pflegen Sie dagegen in Lieferantenpreislisten unter Beschaffung.

PIM > Inhalte organisiert Produkttexte, Medien, Bewertungen, Produkt-Routen, Inhaltszwecke, Inhaltsschemata und Inhaltsprofile.

PIM > Stammdaten organisiert unter anderem Maßeinheiten und Steuerklassen. PIM > Konfiguration organisiert Klassifikation, Readiness-Anforderungen, Snippet-Vorlagen und Vertriebskanäle.

Zentrale Bausteine

Produktfamilien beschreiben die gemeinsame Struktur ähnlicher Produkte, zum Beispiel T-Shirts, Notebooks oder USV-Anlagen. Nutzen Sie Familien, wenn mehrere Varianten dieselben Merkmale, Textfelder oder Variantenachsen (Dimension der Produktvariation) brauchen.

Produktvarianten sind konkrete Ausprägungen, die verkauft, bestellt, gelagert, bepreist oder veröffentlicht werden. Beispiele sind T-Shirt Blau M, USV 3000 VA Rack oder Wartung Premium.

Produktbeziehungen visuell prüfen

Öffnen Sie eine Produktfamilie und wählen Sie Übersicht. Der Graph zeigt die Familie zusammen mit ihren Kategorien, ihrer Marke, ihrem Hersteller und ihren Varianten. Versionslinien und Bundle-Bestandteile werden als eigene Beziehungen dargestellt. Bewegen Sie den Zeiger über einen Knoten oder fokussieren Sie ihn mit der Tastatur, um seine Details zu sehen. Ein Klick öffnet den verknüpften Datensatz.

Im Tab Übersicht einer Produktvariante zeigt derselbe Graph ausgehende Relationen, Versionen und Bundle-Bestandteile. Wechseln Sie zum getrennten Tab Relationen, um Relationen in der Liste anzulegen oder zu ändern.

Ziehen Sie Knoten und Kurvenpunkte an die gewünschte Position. Workspace merkt sich die Anordnung lokal für den Datensatz. Nutzen Sie Automatisch anordnen, um die Ausgangsanordnung wiederherzustellen. Mit den Symbolen oben rechts vergrößern, verkleinern oder zentrieren Sie den Graphen; auf freier Fläche verschieben Sie die gesamte Ansicht.

Der Graph zeigt nur gespeicherte Beziehungen. Er leitet keine Relationen aus Attributsatz, Steuerklasse oder Workflow ab. Bei großen Datenmengen fasst er weitere Einträge mit ihrer Gesamtzahl zusammen.

Produktfähigkeiten festlegen

Wählen Sie beim Anlegen einer Produktfamilie mindestens eine erlaubte Fähigkeit. Eine Familie kann mehrere Fähigkeiten kombinieren:

FähigkeitTypischer Einsatz
PhysischLagerung, Versand und Logistik
DigitalDownload, Stream oder digitale Auslieferung
ServiceDienstleistung oder wiederkehrende Leistung
LizenzLizenzpool, Provisionierung und Aktivierung
BundleProduktpaket aus mehreren Varianten
Gemessene NutzungVerbrauchsabhängige Abrechnung eines Service

Wählen Sie anschließend für jede Variante mindestens eine aktive Fähigkeit aus der Familienmenge. Sie können mehrere Fähigkeiten kombinieren. Gemessene Nutzung benötigt zusätzlich die Fähigkeit Service.

Workspace setzt keine physische Fähigkeit automatisch. Wenn Sie keine Fähigkeit auswählen oder eine von der Familie nicht erlaubte Fähigkeit wählen, blockiert Workspace das Speichern und lässt die bestehenden Produktdaten unverändert.

Attribute beschreiben strukturierte Merkmale wie Farbe, Gewicht, Spannung, Material oder Laufzeit. Nutzen Sie Attribute, wenn Teams Werte filtern, vergleichen oder kontrolliert pflegen sollen.

Inhalte beschreiben das Produkt für einen Veröffentlichungskanal: Produktname, Kurzbeschreibung, Langbeschreibung, SEO-Text, Vorteile oder technische Abschnitte. Medien ergänzen Bilder, Datenblätter, Handbücher, Zertifikate oder Videos.

Preise gehören zur konkreten Variante oder zu einem verkaufbaren Mischgebinde. Verkaufspreise pflegen Sie im PIM; Einkaufspreise pflegen Sie in Lieferantenpreislisten.

Standardeinheiten übernehmen

Öffnen Sie PIM > Stammdaten > Maßeinheiten und wählen Sie Standardeinheiten hinzufügen. Suchen Sie im Katalog nach Bezeichnung, Code oder Symbol und wählen Sie alle benötigten Einheiten aus. Workspace ergänzt erforderliche Basiseinheiten und zeigt sie vor dem Speichern an.

Bereits identisch vorhandene Einheiten bleiben unverändert und können nicht erneut ausgewählt werden. Weicht eine lokale Definition vom Standard ab, kennzeichnet Workspace den Konflikt und überschreibt keine Daten.

Erste Produktfamilie in einem leeren Workspace anlegen

Bereiten Sie zuerst Maßeinheit und Steuerklasse vor. Die Produktfamilie steht danach als Struktur für die erste Produktvariante bereit.

  1. Öffnen Sie PIM > Stammdaten > Maßeinheiten.
  2. Wählen Sie Standardeinheiten hinzufügen.
  3. Suchen Sie nach dem Code PC, wählen Sie die Einheit Stück aus und bestätigen Sie mit Ausgewählte hinzufügen.
  4. Öffnen Sie PIM > Stammdaten > Steuerklassen.
  5. Wählen Sie Anlegen, tragen Sie einen sprechenden Namen wie Standard und den Code standard ein und speichern Sie.
  6. Öffnen Sie die neue Steuerklasse, aktivieren Sie Aktiv und speichern Sie erneut.
  7. Öffnen Sie PIM > Konfiguration > Klassifikation > Attributsätze.
  8. Wählen Sie Anlegen, tragen Sie einen stabilen technischen Schlüssel wie standardprodukte ein und speichern Sie den Attributsatz.
  9. Öffnen Sie PIM > Katalog > Familien und wählen Sie Anlegen.
  10. Tragen Sie einen Namen ein, wählen Sie Stück als Basiseinheit und wählen Sie den zuvor angelegten Attributsatz.
  11. Wählen Sie unter Erlaubte Fähigkeiten mindestens eine Fähigkeit, die zum Produkt passt. Für einen lager- oder versandfähigen Artikel wählen Sie Physisch.
  12. Speichern Sie die Produktfamilie.

Wenn Workspace oberhalb einer Liste fehlende Voraussetzungen meldet, öffnen Sie die dort vorgeschlagene Aktion und ergänzen Sie den genannten Datensatz. Kehren Sie anschließend zur Produktfamilie zurück.

Erste Produktvariante anlegen

Eine Produktvariante ist der konkrete Produktdatensatz. Legen Sie sie erst an, wenn die passende Produktfamilie vorhanden ist.

  1. Öffnen Sie PIM > Varianten & Preise > Varianten.
  2. Wählen Sie Anlegen.
  3. Wählen Sie die Produktfamilie und tragen Sie einen eindeutigen Namen für die Variante ein.
  4. Prüfen Sie den Geschäftstyp. Für ein regulär verkaufbares Produkt wählen Sie Kommerziell.
  5. Wählen Sie unter Fähigkeiten mindestens eine Fähigkeit, die in der Produktfamilie erlaubt ist. Für einen lager- oder versandfähigen Artikel wählen Sie Physisch.
  6. Speichern Sie die Produktvariante.

Öffnen Sie die neue Variante anschließend im Detail, um SKU, Steuerklasse, Workflow und weitere verkaufs- oder veröffentlichungsrelevante Angaben zu pflegen.

Ersten Verkaufspreis anlegen

Eine neue Variante erscheint in Angeboten erst dann als auswählbar, wenn für den Angebotskontext ein gültiger Verkaufspreis vorhanden ist.

  1. Öffnen Sie PIM > Varianten & Preise > Preise.
  2. Wählen Sie Anlegen.
  3. Wählen Sie die Produktvariante.
  4. Wählen Sie die aktive Preisliste. In einem neu eingerichteten Workspace können Sie zunächst Standardpreisliste verwenden.
  5. Tragen Sie unter Betrag den Verkaufspreis in der Währung der Preisliste ein.
  6. Bestätigen Sie mit Anlegen.
  7. Öffnen Sie den Preis und prüfen Sie Variante, Preisliste, Währung und Betrag.

Ein Einkaufspreis in einer Lieferantenpreisliste ersetzt diesen Verkaufspreis nicht. Fehlt die Variante später in der Produktauswahl eines Angebots, prüfen Sie zuerst, ob der Verkaufspreis zur Preisliste und Währung des Angebots passt.

Vertriebskanäle beschreiben, wo ein Produkt erscheinen soll, zum Beispiel B2B-Shop, B2C-Shop, Marktplatz oder Katalog. Mit Produkt-Routen legen Sie fest, über welchen Kanal ein freigegebener Inhalt veröffentlicht wird und unter welcher URL er erreichbar ist.

Readiness prüft, ob ein Produkt für einen Kanal vollständig gepflegt ist. Typische Prüfungen sind Pflichtattribute, Bilder, freigegebene Inhalte und gültige Preise. Readiness zeigt Datenlücken, veröffentlicht aber kein Produkt automatisch.

Typischer Ablauf

  1. Maßeinheiten und aktive Standard-Steuerklasse vorbereiten.
  2. Produktfamilie anlegen.
  3. Varianten erstellen.
  4. Attribute pflegen.
  5. Inhalte und Medien ergänzen.
  6. Preise pflegen.
  7. Vertriebskanal und Route prüfen.
  8. Readiness abarbeiten.
  9. Produkt veröffentlichen.

Nächste Schritte

Grenzen

PIM-Status folgen dem Varianten-Lifecycle und sind keine freien Statuswerte. Eine Produkt-Route veröffentlicht nicht automatisch eine Variante. Readiness ersetzt keine fachliche Freigabe durch das verantwortliche Team.