Attribute und Wertelisten pflegen
Nutzen Sie diese Anleitung, wenn Sie als PIM-Verantwortlicher festlegen müssen, welche Produktmerkmale Teams strukturiert pflegen. Nach der Einrichtung sehen Redakteure an Produktfamilien und Varianten klare Attributfelder, nutzen einheitliche Werte und vermeiden Freitext, der später nicht filterbar oder vergleichbar ist.
Attribute eignen sich für stabile Produktmerkmale wie Farbe, Größe, Material, Gewicht, Schutzart oder Norm. Produktinhalte eignen sich für Texte, Vorteile, SEO und kanalbezogene Erklärungen. Wenn Sie diese Trennung sauber halten, kann Workspace Produkte besser suchen, vergleichen, prüfen und veröffentlichen.
Grundmodell
Ein Attributsatz beschreibt, welche Attribute für eine Produktstruktur gelten. Gruppen ordnen diese Attribute im Pflegeformular. Wertelisten begrenzen erlaubte Werte, wenn Redakteure nicht frei schreiben sollen.
Die Produktfamilie verweist auf den Attributsatz. Beim Anlegen wählen Sie zuerst den Attributsatz als Struktur aus. Die eigentlichen Attributwerte pflegen Sie danach im Detail der Produktfamilie oder der Variante. Varianten dieser Familie zeigen die passenden Attribute im Tab Attribute. Werte können direkt an der Familie als gemeinsame Attribute oder an der Variante als konkrete Ausprägung gepflegt werden.
Eine Variantenachse ist ein Attribut, über das Benutzer zwischen Varianten derselben Produktfamilie wählen. Sie beantwortet nicht nur die Frage „Welche Eigenschaft hat das Produkt?“, sondern „Welche Ausprägung soll gekauft, gelagert oder veröffentlicht werden?“. Typische Variantenachsen sind Größe, Farbe, Leistung, Laufzeit oder Paketumfang.

Entscheiden, was ein Attribut wird
Starten Sie nicht im Formular. Starten Sie mit der Frage, was Benutzer später mit dem Wert tun sollen.
| Frage | Empfehlung |
|---|---|
| Soll der Wert filterbar, sortierbar oder vergleichbar sein? | Pflegen Sie ihn als Attribut. |
| Soll der Wert nur erklären, verkaufen oder für einen Kanal anders formuliert werden? | Pflegen Sie ihn als Produktinhalt. |
| Ändert der Wert SKU, Preis, Bestand, Einheit oder Steuerlogik? | Prüfen Sie eine eigene Variante. |
| Verweist der Wert auf ein separat kaufbares Zubehör oder Ersatzteil? | Pflegen Sie eine Produktrelation. |
| Soll der Wert nur aus erlaubten Optionen bestehen? | Verwenden Sie eine Attribut-Werteliste. |
Nutzen Sie Attribute sparsam. Ein Attributsatz soll die Pflege erleichtern, nicht jedes mögliche Detail erzwingen. Wenn ein Wert nur selten vorkommt oder fachlich unklar ist, klären Sie zuerst die Produktmodellierung.
Wertelisten anlegen
Legen Sie eine Werteliste an, wenn Redakteure aus festen Werten wählen sollen. Typische Beispiele sind Farbe, Größe, Schutzart, Materialart oder Energieeffizienzklasse.
Öffnen Sie PIM > Konfiguration > Klassifikation > Attribut-Wertelisten.
Gehen Sie so vor:
- Legen Sie eine neue Werteliste mit einem klaren Namen an, zum Beispiel
Farbe. - Prüfen Sie den URL-Schlüssel. Ändern Sie ihn später nur bewusst, weil Importe und Attributzuordnungen daran hängen können.
- Öffnen Sie die Werteliste.
- Wechseln Sie in den Tab
Optionen. - Legen Sie pro fachlichem Wert genau einen Eintrag an, zum Beispiel
black,silverundwhite. - Pflegen Sie Bezeichnungen in den benötigten Sprachen.
- Sortieren Sie Werte so, wie Redakteure sie später auswählen sollen.

Verwenden Sie stabile technische Werte wie black oder rack. Sichtbare Übersetzungen gehören in die Bezeichnungen. So bleiben Importe, Integrationen und Auswertungen stabil, auch wenn sich die deutsche oder englische Anzeige ändert.
Attributsatz anlegen
Öffnen Sie PIM > Konfiguration > Klassifikation > Attributsätze.
Legen Sie einen Attributsatz an, wenn eine Produktfamilie oder mehrere ähnliche Familien dieselbe Merkmalsstruktur brauchen. Gute Attributsätze sind zum Beispiel Fahrradhelme, Akkus, Wartungspakete oder Softwarelizenzen.
Prüfen Sie vor dem Anlegen:
- Welche Produktfamilien sollen diesen Satz verwenden?
- Welche Attribute brauchen fast alle Varianten?
- Welche Werte sind Pflicht für Veröffentlichung oder Suche?
- Welche Werte bilden Variantenachsen wie Größe, Farbe oder Leistung?
- Welche Werte benötigen eine Einheit oder Werteliste?

Variantenachsen verstehen
Markieren Sie ein Attribut als Variantenachse, wenn der Wert eine Auswahl zwischen konkreten Produktvarianten bildet. Die Produktfamilie sagt dann: Diese Familie unterscheidet Varianten nach dieser Achse. Die einzelne Produktvariante trägt den konkreten Wert, zum Beispiel M, rot oder Premium.
| Frage | Normales Attribut | Variantenachse |
|---|---|---|
| Beschreibt der Wert nur eine gemeinsame Eigenschaft? | Ja, zum Beispiel Material oder Norm. | Nein. |
| Wählt ein Kunde oder Mitarbeiter über diesen Wert eine konkrete Ausprägung? | Meist nein. | Ja, zum Beispiel Größe, Farbe oder Laufzeit. |
| Kann jede Ausprägung eigene SKU, Preis, Bestand, Bild oder Lieferbarkeit haben? | Nein oder nicht relevant. | Ja, dann als Variante schneiden. |
| Soll der Wert nur als Filter erscheinen? | Attribut reicht. | Nur nutzen, wenn der Filter zugleich die Variantenauswahl beschreibt. |
Beispiel: Eine T-Shirt-Familie kann die Variantenachsen Größe und Farbe haben. Die Variante T-Shirt M Rot trägt dann die Werte M und Rot, hat aber weiterhin ihre eigene SKU, Preise, Medien, Bestände und Veröffentlichung. Das Material Bio-Baumwolle bleibt ein normales gemeinsames Attribut, wenn es für alle Varianten gleich ist.
Aktivieren Sie Variantenachse nicht für Werte, die nur redaktionell, technisch oder intern helfen. Eine falsch markierte Achse macht die Produktpflege schwerer, weil Benutzer eine auswählbare Variantenlogik erwarten, obwohl fachlich nur ein Merkmal gemeint war.
Beispiele: sinnvolle und ungeeignete Variantenachsen
Nutzen Sie diese Beispiele als Plausibilitätsprüfung, bevor Sie ein Attribut als Variantenachse markieren.
| Produktfamilie | Sinnvolle Variantenachse | Nicht als Variantenachse verwenden | Warum |
|---|---|---|---|
| T-Shirt | Größe, Farbe | Material, wenn alle Varianten Baumwolle sind | Größe und Farbe führen zu konkreten auswählbaren Varianten. Gleiches Material bleibt ein gemeinsames Attribut. |
| Fahrradhelm | Helmgröße, Farbe | Sicherheitsnorm | Kunden wählen Größe oder Farbe. Die Norm beschreibt die Familie oder Variante, ist aber normalerweise keine kaufbare Auswahl. |
| Akku | Spannung, Kapazität, Bauform | Gewicht als reine technische Angabe | Spannung, Kapazität und Bauform ändern häufig SKU, Preis oder Kompatibilität. Gewicht hilft beim Vergleich, ist aber selten die Auswahlachse. |
| Wartungspaket | Leistungsumfang, Reaktionszeit | Beschreibungstext, interne Notiz | Umfang und Reaktionszeit unterscheiden kaufbare Pakete. Texte und Notizen erklären nur. |
| Softwarelizenz | Laufzeit, Lizenzstufe, Nutzeranzahl | SEO-Titel, Marketingclaim | Laufzeit, Stufe und Nutzeranzahl tragen Preis- und Vertragslogik. Marketingtexte gehören in Produktinhalte. |
| Ersatzteil | Passform, Ausführung | Herstellerhinweis, wenn er für alle Varianten gleich ist | Passform oder Ausführung entscheiden, welches Teil passt. Ein gleicher Hinweis bleibt ein Attribut oder Inhalt. |
Prüfen Sie bei jedem Wert: Würde der Kunde oder ein Mitarbeiter damit eine andere konkrete Variante auswählen? Wenn die Antwort nein ist, markieren Sie den Wert nicht als Variantenachse. Pflegen Sie ihn als normales Attribut, Produktinhalt, Relation oder Konfiguration.
Gruppen strukturieren
Gruppen gliedern Attribute innerhalb eines Attributsatzes. Sie sind keine eigene Produktlogik und keine Kategorie. Nutzen Sie Gruppen, damit Redakteure Felder schneller erfassen.
Beispiele:
| Gruppe | Typische Attribute |
|---|---|
| Sicherheit | Norm, Schutzklasse, Zertifizierung |
| Größe und Passform | Größe, Kopfumfang, Gewicht |
| Material und Farbe | Farbe, Schalenmaterial, Polsterung |
| Pflegehinweise | Reinigung, Ersatzteile, Zubehörhinweis |
Legen Sie Gruppen im Tab Gruppen des Attributsatzes an. Verwenden Sie klare Bezeichnungen und Sortierungen. Halten Sie Gruppen klein genug, damit Redakteure nicht durch lange Feldlisten scrollen müssen.
Attribute hinzufügen
Wechseln Sie im Attributsatz in den Tab Attribute. Jede Attributverknüpfung verbindet einen Attributschlüssel mit dem aktuellen Attributsatz und ergänzt Kontext wie Gruppe, Datentyp, Werteliste, Einheit und Pflichtstatus.
Gehen Sie so vor:
- Wählen Sie die passende Gruppe.
- Tragen Sie einen stabilen Attributschlüssel ein, zum Beispiel
color,helmet_sizeoderweight_g. - Wählen Sie den Datentyp: Text, Dezimalzahl, Ganzzahl, Boolean oder UUID.
- Wählen Sie eine Werteliste, wenn nur definierte Werte erlaubt sind.
- Wählen Sie eine Einheit, wenn der Wert ohne Einheit missverständlich wäre.
- Aktivieren Sie
Pflicht, wenn der Wert für die Pflege immer vorhanden sein muss. - Aktivieren Sie
Variantenachsenur, wenn der Wert eine echte Auswahl zwischen Produktvarianten beschreibt. - Setzen Sie die Sortierung passend zur Anzeige im Formular.
- Speichern Sie und prüfen Sie den Tab
Attributean einer passenden Produktfamilie oder Variante.

Freie Werte, Wertelisten und Einheiten wählen
| Bedarf | Einstellung |
|---|---|
| Redakteure sollen frei schreiben. | Textattribut ohne Werteliste. |
| Redakteure sollen nur erlaubte Werte wählen. | Textattribut mit Werteliste. |
| Der Wert ist eine messbare Zahl. | Zahl oder Ganzzahl mit Einheit. |
| Der Wert ist eine Ja/Nein-Aussage. | Boolean. |
| Der Wert soll mehrere Werte tragen. | Array in der Feldeinstellung, wenn die Oberfläche es für den Anwendungsfall vorsieht. |
Kombinieren Sie Werteliste und Einheit nicht für denselben Wert. Wenn Redakteure 280 g pflegen sollen, ist eine Zahl mit Einheit passend. Wenn Redakteure S, M oder L wählen sollen, ist eine Werteliste passend.
Pflichtfeld oder Readiness
Ein Pflichtattribut beschreibt, welche Werte für vollständige Produktdaten vorhanden sein sollen. Es macht neue Produktfamilien nicht automatisch unmöglich, nur weil Sie die Werte noch nicht im Create-Popup gepflegt haben. Eine Readiness-Anforderung prüft, ob ein Produkt für einen Kanal vollständig genug ist.
| Situation | Verwenden Sie |
|---|---|
| Der Wert gehört grundsätzlich zu dieser Produktstruktur. | Pflichtattribut. |
| Der Wert ist erst für Veröffentlichung oder Kanal relevant. | Readiness-Anforderung. |
| Der Wert ist hilfreich, aber nicht immer vorhanden. | Optionales Attribut. |
Nutzen Sie Pflichtfelder vorsichtig. Zu viele Pflichtfelder erzeugen lange Pflegelisten. Prüfen Sie stattdessen, ob eine Readiness-Regel den Veröffentlichungszeitpunkt besser trifft.
Attributsatz an Familien und Varianten verwenden
Öffnen Sie PIM > Katalog > Familien und legen Sie eine Produktfamilie mit einem passenden Attributsatz an. Öffnen Sie die Familie danach im Detail, um gemeinsame Attribute zu pflegen. Varianten dieser Familie zeigen die relevanten Attributfelder im Tab Attribute.
Pflegen Sie gemeinsame Werte an der Familie, wenn alle Varianten denselben Wert teilen. Pflegen Sie abweichende Werte an der Variante, wenn die konkrete Ausprägung anders ist.
Ändern Sie den Attributsatz einer Familie nur früh im Modellierungsprozess. Sobald Varianten existieren, bleibt die Struktur gesperrt. Wenn noch keine Varianten existieren, müssen vorhandene gemeinsame Attributwerte zum neuen Attributsatz passen; Workspace löscht oder überträgt diese Werte nicht automatisch.
Beispiel: Fahrradhelme
Attributsatz: Fahrradhelme
Gruppen:
SicherheitGröße und PassformMaterial und Farbe
Attribute:
| Attribut | Typ | Werteliste oder Einheit | Verwendung |
|---|---|---|---|
safety_standard | Text | Freier Wert | Norm wie EN 1078 pflegen |
helmet_size | Text | Werteliste Helmgrößen | Größen auswählen |
color | Text | Werteliste Farbe | Farbe konsistent pflegen |
weight_g | Ganzzahl | g | Gewicht vergleichen |
Wenn ein Fahrradhelm in mehreren Größen eigene SKU oder Preise hat, schneiden Sie Varianten. Wenn die Sicherheitsnorm nur ein gemeinsames technisches Merkmal der Familie ist, reicht ein gemeinsames Attribut.
Häufige Fehler
- Ein Filterwert steht nur im Beschreibungstext.
- Eine Werteliste wird erst eingeführt, nachdem bereits viele Schreibweisen gespeichert wurden.
- Gruppen werden wie Produktkategorien verwendet.
- Ein Attribut wird als Variantenachse markiert, obwohl es keine kaufbare Auswahl bildet.
- Ein gemeinsamer Familienwert wird zur Variantenachse gemacht, obwohl alle Varianten denselben Wert tragen.
- Pflichtattribute blockieren frühe Entwürfe, obwohl der Wert erst für Veröffentlichung relevant ist.
- Attributschlüssel werden nach produktiver Nutzung ohne Datenplan geändert.
- Werte mit Einheit werden als Text gepflegt, zum Beispiel
3000 VA, statt Zahl und Einheit zu trennen.
Prüfung
Prüfen Sie nach der Einrichtung:
- Die Attribut-Werteliste enthält alle erlaubten Werte und passende Bezeichnungen.
- Der Attributsatz enthält nur Attribute, die zur Produktfamilie gehören.
- Gruppen sind verständlich und sinnvoll sortiert.
- Jedes Attribut hat den passenden Datentyp.
- Wertelisten und Einheiten sind nur dort gesetzt, wo sie fachlich passen.
- Pflichtfelder blockieren keine frühen Entwürfe unnötig.
- Variantenachsen beschreiben echte Variantenunterschiede.
- Die Produktfamilie nutzt den Attributsatz.
- Eine Testvariante zeigt die erwarteten Felder im Tab
Attribute.
Nächste Schritte
- Nutzen Sie PIM-Grundlagen, wenn Sie die Grundbegriffe einordnen möchten.
- Nutzen Sie Produktmodellierung: Entscheidungshilfe, wenn Sie entscheiden müssen, ob ein Fall Variante, Relation, Mischgebinde oder Attribut ist.
- Nutzen Sie Produktinhalte pflegen, wenn Sie Texte, Medien und kanalbezogene Inhalte pflegen.
- Nutzen Sie Produktdaten veröffentlichen, wenn Sie prüfen möchten, ob ein Produkt öffentlich sichtbar werden kann.