Lieferzonen und Versandkosten pflegen

Lieferzonen steuern Versandkosten anhand der Lieferadresse. Nutzen Sie sie, wenn Hamburg andere Kosten als München hat, wenn Speditionen nach Regionen abrechnen oder wenn Sie eigene Liefergebiete für Eigenauslieferung abbilden.

Workspace wertet Lieferzonen im Warenkorb, im öffentlichen Checkout, im Angebot und in der Bestellung aus. Angebote und Bestellungen behalten den berechneten Versand als Snapshot, damit spätere Stammdatenänderungen alte Vorgänge nicht still verändern.

Für wen diese Seite ist

Diese Seite richtet sich an Versandverantwortliche. Verwenden Sie diese Rolle statt unscharfer Begriffe wie „Pflegechef“: Der Versandverantwortliche pflegt nicht einzelne Sendungen, sondern die Regeln, mit denen Workspace im Shop, im Warenkorb, im Angebot und in der Bestellung Versandoptionen berechnet oder eine interne Prüfung anfordert.

Die Rolle ist fachlich gemeint. Ein kleines Team kann mehrere Aufgaben in einer Person bündeln; größere Teams können sie auf Commerce-Administration, Produktdatenpflege, Vertrieb und Operations verteilen.

RolleAufgabeTypische Pflege
VersandverantwortlicherEntscheidet, welche Versandarten, Gebiete, Tarife und Review-Fälle gelten.Versandmethoden, Lieferzonen, Versandkosten, Versandkonditionen, Review-Regeln
ProduktdatenredakteurPflegt die Produkt-Facts, die Versandregeln auswerten.Logistikprofil, Versand-Tags, Packstückzahl, Palettenzahl, Compliance-Felder
Commerce-AdministratorStellt die benötigten Stammdaten und Zugriffe bereit.Preislisten, Verkaufskanäle, Benutzerzugriff auf Commerce- und PIM-Bereiche
Vertrieb oder OperationsBearbeitet Fälle, die Workspace nicht verbindlich online berechnen soll.Angebotsanfrage, Sonderfracht, manuelle Frachtprüfung

Voraussetzungen

  • Sie können die Commerce-Bereiche für Versandmethoden, Lieferzonen, Versandkosten, Versandkonditionen, Versandregeln und Liefertermprofile pflegen.
  • Sie können Produktvarianten öffnen oder haben einen Produktdatenredakteur, der Logistik- und Compliance-Felder an Varianten pflegt.
  • Sie kennen die Preislisten, Verkaufskanäle und Länder, für die die Versandlogik gelten soll.
  • Sie haben freigegebene Versandtarife oder interne Kalkulationsregeln mit Währung, Steuerlogik, Gewichtsstufen, Packstücken, Paletten, Mindestpreisen und Zuschlägen.
  • Sie haben entschieden, welche Fälle direkt bestellbar sind und welche Fälle eine Angebotsanfrage oder interne Prüfung brauchen.
  • Legen Sie mindestens eine Versandmethode an, zum Beispiel Paketdienst, Spedition, Kurier, Eigenauslieferung oder Abholung.
  • Legen Sie die Preislisten an, für die die Versandkosten gelten sollen. Wenn alle Kunden dieselbe Preisliste verwenden, reicht eine Preisliste.
  • Legen Sie Lieferzonen an, wenn der Lieferort den Preis beeinflusst. Eine Lieferzone kann ein Land, eine Stadt, einen PLZ-Bereich oder ein eigenes Auslieferungsgebiet beschreiben.
  • Pflegen Sie an Varianten Logistikprofil, Versand-Tags, Packstückzahl, Palettenzahl und Compliance-Felder, wenn Produkte unterschiedlich behandelt werden sollen.
  • Legen Sie Liefertermprofile an, wenn Versandmethoden einen kaufmännischen Lieferterm wie einen Incoterm-Snapshot oder einen eigenen Lieferort tragen sollen.
  • Entscheiden Sie, ob Sie eine Fallback-Versandrate ohne Lieferzone erlauben. Eine Fallback-Rate gilt, wenn keine speziellere Rate passt.

Was Sie zuerst entscheiden

Klären Sie vor der Pflege diese Fragen. Danach wissen Sie, welche Stammdaten Sie brauchen.

FrageWenn jaWenn nein
Gibt es unterschiedliche Preise je Land, Stadt oder PLZ?Legen Sie Lieferzonen an.Eine Rate ohne Lieferzone kann reichen.
Entscheidet das Produkt über den Versandweg?Nutzen Sie Logistikprofile, Versand-Tags und Versandregeln.Regeln können nur mit Warenkorb-, Gewicht- und Adressdaten arbeiten.
Gibt es einen einfachen Pauschalpreis oder Gewichtspreis?Nutzen Sie Versandkosten.Prüfen Sie Versandkonditionen.
Besteht der Preis aus mehreren Teilen, zum Beispiel Grundpreis plus Palette?Nutzen Sie Versandkonditionen und Versandkonditionsraten.Eine einfache Versandrate reicht oft.
Liefert das Unternehmen mit eigener Flotte nur in bestimmten Gebieten?Legen Sie eine Versandmethode Eigenauslieferung und passende Lieferzonen an.Verwenden Sie normale Versandmethoden.
Muss ein Fall individuell geprüft werden?Legen Sie eine Versandregel mit Review-Pflicht an.Pflegen Sie eine berechenbare Rate oder Kondition.
Soll der Vorgang einen Lieferterm speichern?Ordnen Sie der Versandmethode ein Liefertermprofil zu.Lassen Sie das Feld leer.
Soll der Shop ohne passenden Preis bestellen dürfen?Pflegen Sie einen erlaubten Fallback.Lassen Sie die Rate weg, damit der Shop Review anfordert.

Nutzen Sie diese Faustregel:

  • Versandkosten passen für einfache Regeln wie bis 30 kg = 9,90 EUR.
  • Versandkonditionen passen für kaufmännische Tarife wie 35 EUR Grundpreis + 18 EUR je Palette, mindestens 95 EUR.

Ablauf für Versandverantwortliche

Nutzen Sie diesen Ablauf, wenn Sie eine Versandlogik neu einrichten oder gezielt ändern. Arbeiten Sie die Schritte in dieser Reihenfolge ab, damit Produkt-Facts, Liefergebiete, Tarife und Review-Fälle zusammenpassen.

  1. Klären Sie den fachlichen Umfang. Legen Sie fest, für welche Länder, Verkaufskanäle, Preislisten und Kundengruppen die Versandlogik gelten soll.
  2. Sammeln Sie die Tarifgrundlagen. Halten Sie je Versandart fest, ob der Preis nach Sendung, Gewicht, Packstück, Palette, Warenwert, PLZ-Zone oder Sonderleistung berechnet wird.
  3. Entscheiden Sie die Review-Grenzen. Markieren Sie alle Fälle, die nicht verbindlich online berechnet werden sollen, zum Beispiel Sonderfracht, unklare Gefahrgutlage, nicht belieferte Gebiete oder Services, die ein individuelles Angebot brauchen.
  4. Legen Sie die Versandmethoden an. Nutzen Sie neutrale Methoden wie Paketdienst, Spedition, Kurier, Eigenauslieferung, Abholung oder einen konkreten Frachtführer, wenn der Name fachlich relevant ist.
  5. Pflegen Sie Liefertermprofile, wenn die Versandmethode einen kaufmännischen Lieferterm oder einen Incoterm-Snapshot tragen soll. Verwenden Sie Liefertermprofile nicht als Ersatz für rechtliche Vereinbarungen.
  6. Pflegen Sie Logistikprofile und Produkt-Facts. Ordnen Sie Varianten Logistikprofil, Versand-Tags, Packstückzahl, Palettenzahl und relevante Compliance-Felder zu.
  7. Legen Sie Lieferzonen an. Beginnen Sie mit den groben Gebieten, die kaufmännisch wirklich unterschiedliche Preise haben, und ergänzen Sie nur notwendige PLZ-Zonen oder Sondergebiete.
  8. Pflegen Sie einfache Versandkosten oder Versandkonditionen. Nutzen Sie einfache Raten für Pauschalen und Gewichtsstufen; nutzen Sie Konditionen für Grundpreise, Packstücke, Paletten, Warenwert oder Mindestpreise.
  9. Pflegen Sie Versandregeln für Produktausnahmen. Werten Sie Logistikprofile, Versand-Tags, Packstücke, Paletten, Batterieart, Gefahrgutstatus oder Service-Art aus und lösen Sie bei unsicheren Fällen Review erforderlich aus.
  10. Testen Sie Warenkörbe für Standardfälle, Grenzfälle und Review-Fälle. Prüfen Sie mindestens eine Adresse je Lieferzone, eine Adresse außerhalb der Liefergebiete, einen Warenkorb mit mehreren Packstücken oder Paletten und einen Warenkorb mit Review-Regel.
  11. Geben Sie die Konfiguration erst frei, wenn der öffentliche Checkout einen verbindlichen Preis für Standardfälle zeigt und für Sonderfälle keine zahlungspflichtige Bestellung mit geschätzter Fracht zulässt.

Die Pflege ist erfolgreich, wenn Workspace für Standardwarenkörbe eine passende Versandoption mit Preis anbietet, Lieferterm-Snapshots korrekt übernimmt und nicht berechenbare Fälle mit Review erforderlich blockiert.

So funktioniert die Berechnung

Workspace liest Land und Postleitzahl aus der Lieferadresse. Danach sucht Workspace die passende Lieferzone. Anschließend berechnet Workspace die Versandkosten aus Versandmethode, Preisliste, Gewicht, Warenwert, Packstücken, Paletten und Lieferzone.

Wenn Versandregeln aktiv sind, wertet Workspace zusätzlich Produkt-Facts aus. Dazu gehören Logistikprofil, Versand-Tags, Packstückzahl, Palettenzahl, Batterietyp, Gefahrgutstatus und weitere Compliance-Daten der Variante. Damit können Sie Regeln wie lithium-battery -> Review, palletized -> Spedition oder local-courier -> Kurierdienst abbilden, ohne feste Versandklassen im Produktmodell zu erzwingen.

Die Berechnung folgt dieser Reihenfolge:

  1. Workspace sucht die passende Lieferzone.
  2. Workspace sucht zur Versandmethode und Preisliste passende Versandkonditionen.
  3. Wenn passende Versandkonditionen existieren, berechnet Workspace den Preis aus den passenden Konditionsraten.
  4. Wenn keine passende Versandkondition existiert, sucht Workspace eine einfache Versandrate.
  5. Wenn kein verbindlicher Preis möglich ist, fordert Workspace Versand-Review an. Der Shop soll dann eine Anfrage oder interne Prüfung anbieten.

Die spezifischste passende Zone gewinnt:

Match-TypZweckBeispiel
postal_exacteinzelne Postleitzahl20354
postal_prefixPLZ-Bereich20 für Hamburg, 80 für München
postal_globMuster mit * oder ?SW1* für London-Postcodes
postal_regexregulärer Ausdruck^M[0-9][A-Z].* für kanadische Postcodes
countryganzes LandDE

Workspace normalisiert Postleitzahlen vor dem Vergleich. Leerzeichen, Bindestriche und Groß-/Kleinschreibung ändern den Treffer nicht. SW1A 1AA und sw1a-1aa werden deshalb gleich behandelt.

Begriffe einfach erklärt

BegriffBedeutung
VersandmethodeDie Art des Versands, zum Beispiel Paketdienst, Spedition oder Eigenauslieferung.
PreislisteDer Preisrahmen, für den Versandkosten gelten. B2B-Kunden können unterschiedliche Preislisten haben.
LieferzoneEin Gebiet, in das geliefert wird, zum Beispiel Deutschland, Hamburg oder PLZ-Bereich 50.
VersandkostenEine einfache Rate, meist abhängig von Gewicht und optional von einer Lieferzone.
VersandkonditionssatzDer Kopf eines erweiterten Tarifs. Er sagt: Diese Konditionen gelten für diese Versandmethode und Preisliste.
VersandkonditionsrateEine Tarifzeile in einem Konditionssatz, zum Beispiel Grundpreis oder Preis pro Palette.
LogistikprofilFrei pflegbares Produktmerkmal für Versandlogik, zum Beispiel palletized, cold-chain oder local-courier.
Versand-TagsZusätzliche Schlagworte an der Variante, die Versandregeln auswerten können.
LiefertermprofilKaufmännischer Lieferterm für Versandmethoden, optional mit Incoterm-Code und Ort.
Service-ArtGenerische Art einer Versandmethode, zum Beispiel Paket, Spedition, Kurier, eigene Flotte, Abholung oder Sonstiges.
FallbackEine allgemeine Regel, die gilt, wenn keine speziellere Regel passt.
ReviewInterne Prüfung, weil Workspace keinen verbindlichen Versandpreis berechnen kann.

Flexible Regeln für Produkte und Sonderfälle

Nutzen Sie Versandregeln, wenn Produkte oder Kundenszenarien mehr benötigen als reine Gewichts- oder Zonenlogik.

  1. Legen Sie unter Produktverwaltung passende Logistikprofile an.
  2. Ordnen Sie Varianten ein Logistikprofil, Versand-Tags und Packstück- oder Palettenzahlen zu.
  3. Pflegen Sie Compliance-Daten wie Batterietyp und Gefahrgutstatus, wenn diese Daten für Versandentscheidungen relevant sind.
  4. Legen Sie Versandmethoden mit passender Service-Art an.
  5. Legen Sie Versandregeln an, die diese Produkt-Facts auswerten.
  6. Verwenden Sie Review erforderlich, wenn der Shop keine verbindliche Online-Bestellung auslösen soll.

Beispiele:

FallPflege
Palettierte WareLogistikprofil palletized, Palettenzahl an der Variante, Versandregel zur Spedition.
Lokaler KurierVersandmethode mit Service-Art Kurier, Lieferzone für das Gebiet, Regel über Tag local-delivery.
Gefahrgut unklarCompliance-Status unchecked oder blocked, Versandregel Review erforderlich.
SonderfrachtVersandregel Review erforderlich, damit Vertrieb oder Operations ein Angebot erstellt.

Liefertermprofile nutzen

Liefertermprofile speichern, welcher Lieferterm für eine Versandmethode gilt. Sie können eigene Lieferterms oder Incoterms 2020 verwenden. Workspace interpretiert Incoterms nicht rechtlich, sondern speichert Code, Version und Ort als Snapshot im Warenkorb, Angebot und Auftrag.

  1. Öffnen Sie Handel > Richtlinien & Steuern > Liefertermprofile.
  2. Legen Sie einen eigenen Lieferterm oder einen Incoterm an.
  3. Wählen Sie, ob der Ort leer bleibt, manuell gepflegt wird oder aus der Lieferadresse kommt.
  4. Ordnen Sie das Liefertermprofil einer Versandmethode zu.
  5. Prüfen Sie einen Warenkorb oder ein Angebot mit dieser Versandmethode.

Nutzen Sie Liefertermprofile nur für den kaufmännischen Versandrahmen. Sie ersetzen keine rechtliche Prüfung, keine AGB und keine individuelle Projektvereinbarung.

Lieferzone anlegen

Eine Lieferzone beschreibt, für welche Adressen eine Versandregel gelten soll. Beginnen Sie mit groben Zonen und ergänzen Sie nur dann feinere Zonen, wenn der Preis wirklich anders ist.

  1. Öffnen Sie Handel > Richtlinien & Steuern > Lieferzonen.
  2. Legen Sie eine Zone mit eindeutigem Code und sprechendem Namen an.
  3. Setzen Sie das Land, wenn die Zone nur für ein Land gelten soll.
  4. Setzen Sie eine niedrige Priorität für besonders wichtige Zonen.
  5. Fügen Sie mindestens eine Area hinzu.
  6. Wählen Sie den passenden Match-Typ.
  7. Tragen Sie das Muster ein.
  8. Speichern Sie die Zone.

Beispiele:

ZoneLandMatch-TypMusterVerwendung
de-hamburgDEpostal_prefix20Hamburg und Umgebung
de-muenchenDEpostal_prefix80München
gb-london-swGBpostal_globSW1*London SW1
ca-torontoCApostal_regex^M[0-9][A-Z].*Toronto
own-delivery-localDEpostal_prefix50Eigenauslieferung im lokalen Gebiet

Verwenden Sie postal_regex nur, wenn Präfix oder Glob nicht reichen. Testen Sie reguläre Ausdrücke mit realistischen Adressen, bevor Sie die Zone im Shop verwenden.

Gute Lieferzonen wählen

Legen Sie Lieferzonen so an, wie Ihr Versand kaufmännisch abgerechnet wird. Wenn Ihre Spedition nur nach Ländern abrechnet, brauchen Sie keine PLZ-Zonen. Wenn die eigene Flotte nur bestimmte Städte anfährt, legen Sie für diese Städte eigene PLZ-Zonen an.

Beispiele:

  • Deutschlandweit gleicher Paketpreis: eine Versandrate ohne Lieferzone.
  • Paketpreis nach Land: Lieferzonen de, at, ch.
  • Eigene Flotte im Raum Köln: Lieferzone own-delivery-cologne mit PLZ-Präfix 50.
  • Spedition mit Inselzuschlag: normale Länderzone plus eigene Zone für die betroffenen PLZ-Muster.

Versandkosten pro Lieferzone pflegen

Nutzen Sie Versandkosten, wenn der Preis einfach ist. Das ist typisch für Paketversand, pauschale Versandkosten oder einfache Gewichtsbereiche.

  1. Öffnen Sie Handel > Richtlinien & Steuern > Versandkosten.
  2. Wählen Sie die Versandmethode.
  3. Wählen Sie die Preisliste.
  4. Setzen Sie die Lieferzone, wenn die Rate nur für dieses Gebiet gilt.
  5. Pflegen Sie Mindestgewicht, optionales Höchstgewicht und Betrag.
  6. Speichern Sie die Rate.
  7. Prüfen Sie einen Warenkorb mit passender Lieferadresse.

Eine Rate mit Lieferzone gewinnt vor einer Rate ohne Lieferzone. Verwenden Sie eine zonenlose Fallback-Rate nur, wenn der Versand außerhalb Ihrer expliziten Zonen wirklich erlaubt ist.

Beispiele für einfache Versandkosten:

FallPflege
Paketversand Deutschland pauschalVersandmethode Paketdienst, Preisliste wählen, keine Lieferzone, Betrag 6,90 EUR.
Paketversand ÖsterreichVersandmethode Paketdienst, Lieferzone at, Betrag 14,90 EUR.
Kostenloser Versand ab interner PrüfungKeine Rate pflegen, wenn Sie keinen verbindlichen Preis im Shop zeigen wollen.

Versandkonditionen für Paletten und eigene Flotten pflegen

Nutzen Sie Versandkonditionen, wenn eine einfache Gewichtsrate nicht reicht. Typische Fälle sind Palettenversand, Spedition, ein Grundpreis plus Preis pro Palette oder eine eigene Lieferflotte mit lokalen Liefergebieten.

Eine Versandkondition besteht aus zwei Ebenen:

  1. Der Konditionssatz legt fest, für welche Versandmethode und Preisliste der Tarif gilt.
  2. Die Konditionsraten legen fest, aus welchen Preisbestandteilen der Tarif besteht.

Beispiel: Für die Versandmethode Spedition legen Sie einen Konditionssatz an. In diesem Satz legen Sie eine Rate für den Grundpreis und eine zweite Rate für den Preis pro Palette an. Workspace addiert beide Raten.

  1. Öffnen Sie Handel > Richtlinien & Steuern > Versandkonditionen.
  2. Legen Sie einen Konditionssatz für Versandmethode und Preisliste an.
  3. Öffnen Sie Handel > Richtlinien & Steuern > Versandkonditionsraten.
  4. Legen Sie Tarifzeilen für den Konditionssatz an.
  5. Wählen Sie optional eine Lieferzone, wenn die Tarifzeile nur für dieses Gebiet gilt.
  6. Wählen Sie die Preisbasis:
PreisbasisZweck
shipmentGrundpreis pro Sendung
packagePreis pro Packstück
palletPreis pro Palette
kgPreis nach Gewicht
order_valuePreis nach Warenwert

Felder am Konditionssatz

FeldBedeutung
NameSprechender Name, zum Beispiel Spedition Deutschland B2B.
SchlüsselEindeutiger interner Kurzname. Nutzen Sie stabile Namen wie freight-de-b2b.
VersandmethodeDie Versandart, für die der Tarif gilt.
PreislisteDie Preisliste, für die der Tarif gilt.
PrioritätReihenfolge, wenn mehrere Konditionssätze passen. Niedrige Werte kommen zuerst.
AktivNur aktive Konditionssätze wirken im Warenkorb und Checkout.

Felder an der Konditionsrate

FeldBedeutung
KonditionssatzDer Tarif, zu dem diese Zeile gehört.
LieferzoneOptionales Gebiet. Lassen Sie das Feld leer, wenn die Rate überall gelten darf.
PreisbasisLegt fest, worauf sich der Preis bezieht: Sendung, Packstück, Palette, Gewicht oder Warenwert.
MindestwertAb welchem Wert die Zeile gilt, zum Beispiel ab 2 Paletten.
HöchstwertBis zu welchem Wert die Zeile gilt. Leer bedeutet: nach oben offen.
GrundbetragFester Betrag dieser Zeile.
EinheitsbetragBetrag pro Einheit, zum Beispiel pro Palette oder pro kg.
MindestbetragUntergrenze für diese Zeile. Workspace erhöht die Zeile auf diesen Betrag, wenn die Rechnung darunter liegt.
PrioritätReihenfolge innerhalb ähnlicher Zeilen. Niedrige Werte kommen zuerst.
AktivNur aktive Zeilen werden berechnet.

Jede Tarifzeile kann einen Grundbetrag, einen Einheitsbetrag und einen Mindestbetrag tragen. Workspace addiert passende Tarifzeilen eines aktiven Konditionssatzes.

So liest Workspace eine Konditionsrate:

text
Zeilenpreis = Grundbetrag + Einheitsbetrag × passende Menge

Wenn ein Mindestbetrag gepflegt ist und der Zeilenpreis darunter liegt, nutzt Workspace den Mindestbetrag.

Wenn für eine Versandmethode und Preisliste passende Versandkonditionen vorhanden sind, verwendet Workspace diese vor der einfachen Versandrate. Wenn keine Kondition passt, bleibt die einfache Versandrate der Fallback.

Beispiel: Spedition mit Grundpreis und Palettenpreis

Ein Kunde bestellt eine Anlage mit drei Paletten. Die Spedition berechnet 35 EUR Grundpreis und 18 EUR je Palette.

Legen Sie diese Konditionsraten an:

PreisbasisGrundbetragEinheitsbetragErgebnis
shipment35,000,00einmaliger Grundpreis
pallet0,0018,0018 EUR × 3 Paletten = 54 EUR

Workspace berechnet:

text
35 EUR Grundpreis + 54 EUR Palettenpreis = 89 EUR Versandkosten

Beispiel: Spedition mit Mindestpreis

Die Spedition berechnet 18 EUR je Palette, aber mindestens 95 EUR.

Legen Sie eine Konditionsrate an:

PreisbasisEinheitsbetragMindestbetrag
pallet18,0095,00

Bei drei Paletten wäre die reine Rechnung 54 EUR. Workspace nutzt wegen des Mindestbetrags 95 EUR.

Beispiel: Eigene Flotte im lokalen Gebiet

Das Unternehmen liefert im PLZ-Bereich 50 selbst aus und berechnet 30 EUR pro Lieferung plus 10 EUR je Packstück.

  1. Legen Sie die Versandmethode Eigenauslieferung an.
  2. Legen Sie die Lieferzone own-delivery-50 mit Land DE, Match-Typ postal_prefix und Muster 50 an.
  3. Legen Sie einen Konditionssatz für Eigenauslieferung und die passende Preisliste an.
  4. Legen Sie zwei Konditionsraten an:
PreisbasisLieferzoneGrundbetragEinheitsbetrag
shipmentown-delivery-5030,000,00
packageown-delivery-500,0010,00

Pflegen Sie keine Rate für Gebiete, in denen die eigene Flotte nicht fährt. Dann fordert der Shop für diese Adressen Review an oder zeigt diese Option nicht als verbindlichen Preis.

Beispiel: Warenwertabhängiger Versand

Wenn ein Versandzuschlag vom Warenwert abhängt, nutzen Sie order_value. Beispiel: 1 % vom Warenwert können Sie als Einheitsbetrag 0,01 pflegen. Bei 1.000 EUR Warenwert berechnet Workspace 10 EUR.

Nutzen Sie diese Basis nur, wenn die Versandkosten wirklich vom Warenwert abhängen. Für Rabatte oder kostenlose Lieferung ab Bestellwert sind Aktions- oder Rabattregeln fachlich meist passender.

Spedition abbilden

Nutzen Sie für Spedition eine eigene Versandmethode, zum Beispiel Spedition oder den Namen des Frachtführers. Pflegen Sie danach Lieferzonen und Raten für die Zielgebiete.

Wenn bestimmte Produkte immer per Spedition laufen sollen, kombinieren Sie die Versandmethode mit Versandregeln. Versandregeln wählen die Methode oder eskalieren auf Spedition; Lieferzonen bestimmen anschließend die Kosten je Lieferort.

Für die reine Preisberechnung brauchen Sie keine direkte Anbindung an die Spedition. Pflegen Sie die kaufmännischen Konditionen in Workspace. Eine Carrier-Anbindung ist erst für operative Schritte wie Label, Tracking oder Versandübergabe relevant.

Eigenauslieferung abbilden

Nutzen Sie für Eigenauslieferung eine eigene Versandmethode, zum Beispiel Eigenauslieferung. Legen Sie Lieferzonen für die Gebiete an, in denen Ihr Team selbst ausliefert. Pflegen Sie passende Raten, zum Beispiel kostenfrei, pauschal oder gewichtsabhängig.

Wenn die eigene Flotte nach Tour, Packstück, Palette oder Mindestpreis abrechnet, nutzen Sie Versandkonditionen statt einer einfachen Versandrate. Die eigene Flotte bleibt dabei eine Versandmethode; es ist keine Carrier-Anbindung erforderlich.

Pflegen Sie keine Eigenauslieferungsrate für Gebiete, die Sie nicht selbst bedienen. Der öffentliche Checkout blockiert dann die Versandprüfung, sobald aktive Lieferzonen existieren und keine Zone zur Lieferadresse passt.

Verhalten im öffentlichen Shop

Der öffentliche Shop berechnet Versandoptionen aus der Lieferadresse. Wenn für den Mandanten aktive Lieferzonen existieren und keine Zone zur Lieferadresse passt, zeigt Workspace keine still geratene Fallback-Option an. Die Versandprüfung braucht dann internen Review.

Prüfen Sie in diesem Fall:

  • Ist Land und Postleitzahl in der Lieferadresse korrekt?
  • Gibt es eine aktive Lieferzone für dieses Gebiet?
  • Passt das Muster zur Schreibweise der Postleitzahl?
  • Gibt es eine Versandkondition oder Versandrate für Methode, Preisliste, Gewicht, Packstücke, Paletten, Warenwert und Lieferzone?

Konfiguration testen

Testen Sie jede neue Versandkonfiguration mit echten Beispielwarenkörben, bevor Sie sie im Shop verwenden.

Nutzen Sie mindestens diese Tests:

TestErwartung
Adresse in einer gepflegten LieferzoneWorkspace findet die Zone und berechnet einen Versandpreis.
Adresse außerhalb der eigenen LiefergebieteWorkspace zeigt keinen stillen Fantasiepreis, sondern fordert Review an.
Warenkorb mit einer PaletteDie Palettenrate wirkt.
Warenkorb mit mehreren PalettenWorkspace multipliziert den Palettenpreis korrekt.
Warenkorb unter MindestpreisWorkspace nutzt den Mindestbetrag.
Warenkorb mit anderer PreislisteWorkspace nutzt nur Konditionen für diese Preisliste.
Deaktivierte RateWorkspace ignoriert die Rate.

Ändern Sie danach eine Lieferadresse im Testwarenkorb und berechnen Sie den Versand neu. Eine alte Versandauswahl kann ungültig werden, wenn die neue Adresse in einer anderen Lieferzone liegt.

Online-Shop damit bauen

Ein Online-Shop muss die Versandkosten nach der Lieferadresse berechnen. Fragen Sie Versandoptionen erst ab, wenn der Warenkorb Positionen enthält und der Shop eine Lieferadresse kennt.

Nutzen Sie diesen Ablauf:

  1. Legen Sie den öffentlichen Warenkorb an.
  2. Fügen Sie Positionen hinzu.
  3. Fragen Sie Checkout-Eligibility ab.
  4. Speichern Sie E-Mail, Rechnungsadresse und Lieferadresse im Checkout-Prepare.
  5. Berechnen Sie Versandoptionen neu.
  6. Zeigen Sie nur die Versandoptionen an, die der Server liefert.
  7. Senden Sie die vom Kunden gewählte methodId an die Versandauswahl.
  8. Laden Sie den Warenkorb erneut und zeigen Sie Versandkosten und Gesamtsumme aus der Serverantwort an.
  9. Setzen Sie die Zahlart.
  10. Lösen Sie die Bestellung aus.

Die relevanten Storefront-Verträge und OpenAPI-Hinweise stehen in OpenAPI verwenden:

SchrittEndpointZweck
Warenkorb anlegenPOST /api/v1/public/v1/cartCart Token erhalten
Position hinzufügenPOST /api/v1/public/v1/cart/itemsWarenkorbposition speichern
Checkout prüfenGET /api/v1/public/v1/checkout/eligibilityErlaubte Checkout-Schritte prüfen
Adressen speichernPOST /api/v1/public/v1/checkout/prepareLieferadresse für Zonenauflösung setzen
Versand berechnenPOST /api/v1/public/v1/cart/shipping/recalculateVersandoptionen mit Lieferzone abrufen
Versand auswählenPOST /api/v1/public/v1/cart/shipping/selectVersandmethode übernehmen
Zahlart setzenPOST /api/v1/public/v1/checkout/payment-methoderlaubte Zahlart wählen
Bestellung auslösenPOST /api/v1/public/v1/checkout/place-orderOrder erzeugen

Senden Sie bei allen Warenkorb- und Checkout-Schritten den Header X-Cart-Token. Speichern Sie diesen Token im Shop wie einen Warenkorbbezug und behandeln Sie ihn nicht als Kundendatensatz.

Beispiel für checkout/prepare:

json
{
  "customerEmail": "kunde@example.test",
  "billingAddress": {
    "firstName": "Ada",
    "lastName": "Kunde",
    "street": "Musterstraße 1",
    "postalCode": "20354",
    "city": "Hamburg",
    "country": "DE"
  },
  "shippingAddress": {
    "firstName": "Ada",
    "lastName": "Kunde",
    "street": "Musterstraße 1",
    "postalCode": "20354",
    "city": "Hamburg",
    "country": "DE"
  }
}

Beispiel für cart/shipping/select:

json
{
  "methodId": "00000000-0000-0000-0000-000000000000"
}

Verwenden Sie im Shop nie lokal berechnete Versandkosten als verbindlichen Preis. Zeigen Sie Beträge aus der Serverantwort an. Wenn Preise im öffentlichen Shop ausgeblendet sind, liefert der Server Versandoptionen ohne Betrag; zeigen Sie dann keine selbst geschätzten Kosten an.

Fehlerfälle im Shop behandeln

Wenn cart/shipping/recalculate oder cart/shipping/select SHIPPING_REVIEW_REQUIRED zurückgibt, kann der Shop keinen verbindlichen Versandpreis anbieten. Zeigen Sie dann einen Review- oder Angebotsanfrage-Pfad an, statt eine Bestellung mit geschätzten Versandkosten zuzulassen.

Typische Ursachen:

  • Die Lieferadresse enthält kein Land oder keine Postleitzahl.
  • Für den Mandanten sind aktive Lieferzonen gepflegt, aber keine Zone passt zur Lieferadresse.
  • Es gibt keine passende Versandkondition oder Versandrate für Versandmethode, Preisliste, Gewicht, Packstücke, Paletten, Warenwert und Lieferzone.
  • Die Warenkorbpreise oder Steuern müssen neu berechnet werden.

Wenn der Kunde die Lieferadresse ändert, berechnen Sie Versandoptionen erneut. Eine vorher gewählte Versandmethode kann für die neue Lieferzone ungültig sein.

Angebote und Bestellungen

Wenn Sie aus einem Warenkorb ein Angebot erzeugen, übernimmt Workspace Versandkosten und Shipping-Plan-Snapshot in das Angebot. Wenn Sie daraus eine Bestellung erzeugen, übernimmt Workspace dieselben Versandwerte weiter in die Bestellung.

Ändern Sie Lieferzonen oder Versandkosten deshalb für neue Vorgänge. Korrigieren Sie abgeschlossene Angebote und Bestellungen nicht über Stammdatenänderungen.

Pflege-Checkliste

  • Jede aktive Lieferzone hat mindestens eine Area.
  • Glob- und Regex-Muster wurden mit echten Postleitzahlen geprüft.
  • Speditionsmethoden haben passende Raten für alle belieferten Gebiete.
  • Eigenauslieferung hat nur Raten für tatsächlich bediente Gebiete.
  • Zonenlose Fallback-Raten sind bewusst erlaubt oder bewusst weggelassen.
  • Konditionssätze sind nur für die passenden Preislisten aktiv.
  • Konditionsraten haben die richtige Preisbasis.
  • Mindestbeträge sind dort gepflegt, wo der Frachtführer Mindestpreise berechnet.
  • Nicht belieferte Gebiete haben keine versehentliche Fallback-Rate.
  • Ein Testwarenkorb für Hamburg, München und ein nicht beliefertes Gebiet liefert das erwartete Ergebnis.

Nächste Schritte