Kunden-Produktvereinbarungen pflegen
Kunden-Produktvereinbarungen bilden vertragliche Preise oder Rabatte für konkrete Produktvarianten ab. Nutzen Sie sie, wenn ein Kunde oder ein Endkunde einzelne Artikel anders bepreist bekommt, ohne dafür eine eigene vollständige Preisliste zu pflegen.
Nach dem Lesen wissen Sie, wann Sie eine Kunden-Produktvereinbarung statt Preisliste oder Promotion verwenden, welche Voraussetzungen gelten und woran Sie eine wirksame Vereinbarung im Warenkorb, Angebot, Auftrag und Beleg erkennen.
Wann diese Vereinbarung passt
| Situation | Verwenden Sie |
|---|---|
| Viele Produkte sollen für eine Kundengruppe gleich bepreist werden. | Preisliste und Kundengruppe. |
| Einzelne Varianten haben vertragliche Sonderpreise für einen Kunden. | Kunden-Produktvereinbarung. |
| Ein Endkunde innerhalb eines Kundenkontexts hat eigene Konditionen. | Kunden-Produktvereinbarung mit Endkunde. |
| Eine zeitlich begrenzte Aktion oder ein Coupon soll wirken. | Promotion oder Coupon. |
| Ein bestehendes Angebot soll bewusst manuell abweichen. | Manuelle Angebotsposition mit dokumentiertem Review. |
Promotions bleiben Marketing- und Coupon-Logik. Verwenden Sie sie nicht als Ersatz für Vertragskonditionen. Preislisten bleiben die richtige Grundlage, wenn ein ganzer Markt, eine Kundengruppe oder ein Sales Channel ein eigenes Preisniveau braucht.
Voraussetzungen
Richten Sie zuerst die fachlichen Grundlagen ein:
- Der Vertrag existiert in
CRM>Verträge. - Der Vertrag verwendet den passenden Typ für Kunden-Produktvereinbarungen oder trägt die entsprechende Vertragsfähigkeit.
- Kunde und optional Endkunde sind als Unternehmen gepflegt.
- Produktvariante, Einheit und Währung sind vorhanden.
- Falls Sie Preise für eine Verpackungseinheit pflegen, ist der passende Verpackungsbezug vorhanden.
- Normale Preislisten und Kundengruppen bleiben gepflegt, wenn die Vereinbarung einen prozentualen oder festen Rabatt auf den Listenpreis verwendet.
Eine Vereinbarung wird erst wirksam, wenn sie aktiv ist, im gültigen Zeitraum liegt, zum Vorgang passt und mindestens eine passende Konditionszeile besitzt.
Readiness-Hinweise nutzen
Workspace zeigt Readiness-Hinweise, wenn wichtige Grundlagen fehlen. Arbeiten Sie diese Hinweise von oben nach unten ab, bevor Sie eine Vereinbarung aktivieren.
Typische Hinweise bedeuten:
| Hinweis | Was Sie tun |
|---|---|
| Vertragstyp fehlt | Legen Sie einen Vertragstyp für Kunden-Produktvereinbarungen an oder bitten Sie die Administration darum. |
| Aktiver Kundenvertrag fehlt | Legen Sie einen passenden Kundenvertrag an und aktivieren Sie ihn. |
| Unternehmen fehlen | Pflegen Sie Kunde und optional Endkunde im CRM. |
| Produktvarianten fehlen | Legen Sie die betroffenen Produkte im PIM an. |
| Einheiten oder Währungen fehlen | Pflegen Sie die Grundeinstellungen für Einheit und Währung. |
| Vereinbarungsposition fehlt | Öffnen Sie die Positionen und legen Sie mindestens eine Kondition an. |
| Doppelte aktive Vereinbarung | Prüfen Sie bestehende aktive Vereinbarungen für denselben Kunden, dasselbe Produkt, dieselbe Menge und denselben Zeitraum. Archivieren oder korrigieren Sie die überschneidende Vereinbarung. |
Ein grüner Hinweis bedeutet nicht, dass der Preis fachlich richtig ist. Er bedeutet, dass die technischen und fachlichen Mindestdaten vorhanden sind. Prüfen Sie danach immer den erwarteten Preis in einem realistischen Warenkorb oder Angebot.
Vereinbarung anlegen
- Öffnen Sie
Handel>Aufträge & Kunden>Kunden-Produktvereinbarungen. - Prüfen Sie den Readiness-Hinweis. Fehlen Grundlagen, öffnen Sie die vorgeschlagenen Bereiche und pflegen Sie die Daten zuerst.
- Legen Sie den Kopf mit Vertrag, Kunde, optionalem Endkunden, Währung, Gültigkeit und Priorität an.
- Speichern Sie den Entwurf.
- Öffnen Sie die Zeilen der Vereinbarung.
- Legen Sie je Produktvariante oder Verpackungsbezug eine Kondition an.
- Prüfen Sie Staffelmenge, Einheit, Preisbasis und Betrag.
- Prüfen Sie den Readiness-Hinweis im Detail.
- Aktivieren Sie die Vereinbarung erst nach fachlicher Prüfung.
Die Vereinbarung ist erfolgreich angelegt, wenn sie in der Liste erscheint, mindestens eine Position enthält und der Detailbereich keine blockierenden Readiness-Hinweise mehr zeigt.
Aktive Vereinbarungen sind bewusst geschützt. Ändern Sie laufende Konditionen nicht still. Archivieren Sie die alte Vereinbarung und legen Sie eine neue Vereinbarung mit neuer Gültigkeit an, wenn sich der Vertrag ändert.
Konditionen wählen
| Kondition | Wirkung |
|---|---|
| Fixpreis | Die Zeile setzt den vertraglichen Preis für die passende Menge, Einheit und Variante. |
| Prozentualer Rabatt | Workspace berechnet zuerst den passenden Listenpreis und reduziert ihn um den vereinbarten Prozentsatz. |
| Fester Betragsrabatt | Workspace berechnet zuerst den passenden Listenpreis und zieht den festen Betrag ab. |
Nutzen Sie Mindestmenge, wenn eine Kondition erst ab einer Staffel greifen soll. Bei mehreren passenden Zeilen gewinnt die spezifischere Vereinbarung und danach die passende Staffel. Endkundenspezifische Vereinbarungen gewinnen vor rein kundenspezifischen Vereinbarungen.
Wenn Sie einen Rabatt verwenden, braucht Workspace einen normalen Listenpreis als Ausgangspunkt. Fehlt dieser Basispreis, kann Workspace den Rabatt nicht berechnen. Verwenden Sie in diesem Fall entweder einen Fixpreis oder pflegen Sie zuerst die passende Preisliste.
Preisauflösung verstehen
Workspace berechnet Preise serverseitig und speichert die angewendete Vereinbarung als Snapshot an Positionen. Die Reihenfolge ist:
- Manuell festgelegte Angebotspositionen bleiben unverändert.
- Eine passende aktive Kunden-Produktvereinbarung gewinnt vor der normalen Preisliste.
- Preislisten liefern den Basispreis, wenn keine Vereinbarung greift oder wenn eine Rabattvereinbarung den Listenpreis als Ausgangspunkt braucht.
- Promotions und Coupons wirken danach als Aktionen.
- Steuern und kaufmännische Summen werden aus dem resultierenden Preis berechnet.
So bleibt sichtbar, ob ein Preis aus einer Preisliste, aus einer vertraglichen Vereinbarung oder aus einer Aktion stammt. Angebote, Aufträge, Rechnungen und kaufmännische Dokumente übernehmen den Snapshot, damit spätere Preisänderungen historische Vorgänge nicht still verändern.
Prüfen
Eine Vereinbarung ist einsatzbereit, wenn:
- Vertrag, Kunde, optionaler Endkunde und Währung stimmen,
- die Vereinbarung aktiv ist und der Zeitraum zum Vorgang passt,
- mindestens eine Zeile zur Produktvariante oder zum Verpackungsbezug passt,
- Staffelmenge und Einheit zur Verkaufsposition passen,
- es keine konkurrierende aktive Vereinbarung für denselben Kunden, dasselbe Produkt, dieselbe Menge und denselben Zeitraum gibt,
- ein realistischer Warenkorb oder ein Angebot den erwarteten Preis zeigt.
Wenn der erwartete Preis nicht erscheint, prüfen Sie zuerst Status, Gültigkeit, Kunde, Endkunde, Sales Channel, Währung, Variante, Verpackungsbezug und Mindestmenge. Prüfen Sie danach die normale Preisliste, wenn die Vereinbarung einen Rabatt auf den Listenpreis verwendet.
Der Test ist erfolgreich, wenn der Warenkorb oder das Angebot den erwarteten Preis zeigt und die Position erkennen lässt, dass eine Kunden-Produktvereinbarung angewendet wurde.
Nächste Schritte
- Commerce-Grundlagen: Handel- und Commerce-Fähigkeiten.
- CRM-Verträge pflegen: CRM-Verträge verwalten.
- Promotions und Coupons: Promotions und Coupons.