Katalogprodukte und Variantenwahl

Ein Katalogprodukt bündelt mehrere konkrete Produktvarianten zu einer gemeinsamen Darstellung. So kann eine Produktdetailseite etwa ein blaues T-Shirt mit vier Größen zeigen, während Preis, Bestand und Warenkorb weiterhin an der jeweils gewählten Variante hängen.

Begriffe klar trennen

BegriffZuständigkeitNicht zuständig für
ProduktfamilieTechnisches Attributschema und VariantenachsenKundensichtbare Gruppierung, URL und Veröffentlichung
ProduktvarianteSKU, Preisziel, Bestand und WarenkorbpositionGemeinsame Identität der Produktdetailseite
KatalogproduktKundensichtbare Identität, gemeinsame Produktnummer und zulässige VariantenVarianten-SKU, Preis, Bestand und Checkout-Entscheidungen
Katalogprodukt-VeröffentlichungSichtbarkeit im Vertriebskanal, Suchbarkeit und PräsentationsvarianteVeröffentlichung oder Lifecycle einer Variante
Katalogprodukt-Site-RouteKanonische URL und Präsentationskontext je Site und SpracheProduktidentität oder erzwungene Kaufvariante
ProduktkollektionKuratierte oder dynamische Zusammenstellung für MerchandisingRegeln einer Variantenfamilie
BundleVerkaufbare Zusammenstellung mehrerer PositionenKundensichtbare Variantenfamilie

Beispiel: T-Shirt mit Farben und Größen

Legen Sie jede kaufbare Ausprägung als Produktvariante an. Ein blaues T-Shirt in den Größen S, M, L und XL besteht daher aus vier Varianten. Das Katalogprodukt „T-Shirt“ verbindet diese Varianten mit den weiteren Farben, die auf derselben Detailseite auswählbar sein sollen.

Der Auswahlmodus family_axes setzt voraus, dass alle Mitglieder aus derselben Produktfamilie stammen. Die Produktfamilie legt fest, welche Attribute Variantenachsen sind, zum Beispiel color und size.

Produktnummer, Schlüssel und SKU unterscheiden

Die optionale Produktnummer kennzeichnet das gemeinsame Katalogprodukt, zum Beispiel TSHIRT-BLAU. Sie ist innerhalb eines Mandanten eindeutig und kann in der Verwaltung sowie in der öffentlichen Katalogproduktsuche verwendet werden. Jede kaufbare Größe behält daneben ihre eigene SKU, etwa TSHIRT-BLAU-M.

Der technische Schlüssel wird beim Anlegen aus dem Namen erzeugt und bleibt unveränderlich. Er dient internen Verträgen und ist weder die Produktnummer noch die URL. Die Produktnummer lässt sich später ergänzen oder ändern; die Site-Route steuert unabhängig davon die URL je Site und Sprache.

Welche Variante zuerst erscheint

Workspace wertet die Auswahl in dieser Reihenfolge aus:

  1. ausdrücklich gewählte URL-Optionen,
  2. belegter Such-, Filter- oder Kollektionenkontext,
  3. Präsentationskontext der Site-Route,
  4. Präsentationsvariante der Katalogprodukt-Veröffentlichung,
  5. erste öffentliche kaufbare Variante, danach erste öffentliche Variante gemäß Sortierung.

Eine Suche nach roten T-Shirts darf deshalb die rote Ausprägung präsentieren. Eine Größe wird nur aus dem Kontext übernommen, wenn die betreffende Variantenachse ausdrücklich als contextual konfiguriert ist. Ohne diese Freigabe gilt explicit_only; Besucher wählen die Größe selbst.

Ist die konfigurierte Präsentationsvariante nicht mehr öffentlich, verwendet Workspace die nächste zulässige Variante aus der festen Reihenfolge. Eine ausdrücklich gewählte, weiterhin öffentliche, aber nicht verfügbare Kombination bleibt sichtbar und wird nicht unbemerkt durch eine andere Größe oder Farbe ersetzt.

Präsentation ist noch keine Kaufentscheidung

Die öffentliche Antwort unterscheidet zwei Felder:

  • presentationVariantId bestimmt die anfängliche Darstellung, etwa Bild und vorläufige Preisabfrage.
  • resolvedVariantId ist erst vorhanden, wenn die Auswahl genau eine konkrete Variante ergibt.

Zusätzlich liefert selectionStatus einen der Werte none, partial, resolved, invalid oder unavailable. missingAxes zeigt, welche Auswahl noch fehlt. Erst eine vollständig aufgelöste Variante darf zusammen mit der aktuellen serverseitigen Preisrevision in den Warenkorb gelegt werden.

URLs je Site und Sprache

Die Identität des Katalogprodukts ist unabhängig von einer URL. Für jede Site und Sprache kann deshalb eine eigene Katalogprodukt-Site-Route angelegt werden. Die kanonische URL bleibt frei von Optionsparametern; Farbe oder Größe sind Präsentationszustand und gehören nicht in die Sitemap.

Eine aktive Route muss je Site und Sprache eindeutig sein. Erkennt Workspace mehrere aktive Ziele für denselben normalisierten Pfad, wird keines davon ausgeliefert. Korrigieren Sie in diesem Fall die kollidierenden Routen in der Verwaltung.

Dateien und Assets verwalten

Der Reiter Dateien verwaltet die hochgeladenen Dateien des Katalogprodukts. Workspace bindet sie an das aktuelle Katalogprodukt, sodass sie nicht versehentlich bei einem anderen Produkt zur Auswahl stehen.

Im Reiter Assets wird eine dieser Dateien mit PIM-Metadaten verknüpft, etwa mit Verwendungszweck, Status, Sortierung und übersetzten Alternativtexten. Verwendungszwecke für Medien sind Stammdaten und werden getrennt gepflegt. Fehlen Dateien, Verwendungszwecke oder andere benötigte Stammdaten, zeigt der jeweilige Reiter einen Readiness-Hinweis mit einem Link zum passenden nächsten Schritt.

Das Verknüpfen einer Datei veröffentlicht sie nicht. Erst die ausdrückliche Asset-Veröffentlichung setzt ihren Status auf freigegeben; mit Veröffentlichung zurückziehen gelangt sie wieder in den Entwurf. Beide Aktionen werden protokolliert. Öffentlich ausgeliefert wird das Asset nur, wenn auch das verknüpfte Storage-Objekt öffentlich ist und das Katalogprodukt im aktuellen Vertriebskanal freigegeben bleibt.

Kollektionen und Suchergebnisse

Listen und Site-Komponenten unterscheiden Darstellungsziel und Linkziel. resultMode legt fest, ob ein Ergebnis ein Katalogprodukt oder eine Produktvariante darstellt. linkMode bestimmt, ob der Link zur gemeinsamen Katalogproduktseite oder direkt zu einer Variante führt. Ein Variantenlink eignet sich für eigenständige SKU-Seiten; ein Katalogproduktlink übernimmt den belegten Achsenkontext und öffnet die gemeinsame Auswahlseite.

Veröffentlichung prüfen

Eine Katalogprodukt-Veröffentlichung macht ihre Mitglieder nicht automatisch öffentlich. Jede Variante benötigt weiterhin eine gültige Variantenveröffentlichung und muss die bestehenden Lifecycle-, Inhalts-, Preis-, Medien- und Verfügbarkeitsregeln erfüllen.

Vor der Freigabe prüft Workspace insbesondere:

  • mindestens eine zugeordnete Variante,
  • genau eine Produktfamilie für family_axes,
  • eine Präsentationsvariante aus der Mitgliedermenge,
  • öffentliche Varianten im gewählten Vertriebskanal,
  • keinen Konflikt mit einem anderen freigegebenen und gelisteten Katalogprodukt desselben Kanals,
  • freigegebenen Katalogproduktinhalt für den Kanal.

Entfernte oder nicht veröffentlichte Varianten erscheinen weder als Auswahlkandidat noch als erklärendes Fehlerdetail in der öffentlichen API.

Solange eine Katalogprodukt-Veröffentlichung freigegeben ist, bleibt ihre Mitgliedermenge gesperrt. Ziehen Sie zuerst alle Freigaben des Katalogprodukts zurück, bevor Sie Varianten hinzufügen, ändern oder entfernen.