Einkaufspreise pflegen

Pflegen Sie Einkaufspreise in Lieferantenpreislisten. Eine Lieferantenpreisliste legt fest, von welchem Lieferanten ein Preis kommt, für welche Produktvariante er gilt und ab welcher Menge welcher Preis verwendet wird.

Nutzen Sie diese Seite auch, wenn Sie eine Lieferantenartikelnummer oder eine Herstellerteilenummer suchen. Die SKU der Produktvariante ist die interne Artikelnummer in Workspace. Die Lieferanten-SKU und die Herstellerteilenummer pflegen Sie dagegen an der Position einer Lieferantenpreisliste.

Einkaufspreise sind Lieferantenkonditionen. Sie unterscheiden sich von Verkaufspreisen, die Sie im PIM-Bereich Varianten & Preise für Verkauf, Shop, Angebote oder Warenkorb pflegen. Wenn Sie die Begriffe zuerst einordnen möchten, nutzen Sie PIM-Grundlagen und das Glossar.

Wenn Sie verstehen möchten, wie aus Einkaufspreisen später Wareneinsatz, COGS, Deckungsbeitrag und Marge entstehen, nutzen Sie Wareneinsatz und Marge.

Wann Sie Preise pflegen

Pflegen Sie Einkaufspreise, sobald neue oder geänderte Einkaufskonditionen bekannt sind.

Typische Fälle:

  • ein neuer Lieferant
  • eine neue Lieferantenpreisliste
  • ein neuer Preis für eine Produktvariante
  • eine neue Preisstaffel
  • eine neue Währung
  • ein zeitlich befristeter Preis

Warten Sie nicht bis zur nächsten Bestellung. Früh gepflegte Preise vermeiden Nacharbeit in Beschaffung, Bestellung und Auswertung.

Eine Preisänderung in der Lieferantenpreisliste ändert keine historischen Margen. Für Margenberichte zählt der Kostenwert, der beim Wareneingang und später beim Versand der Ware entstanden ist.

Vor dem Start

Klären Sie diese Angaben:

  • Für welchen Lieferanten gilt die Preisliste?
  • Wie heißen Code und Name der Preisliste?
  • In welcher Währung nennt der Lieferant die Preise?
  • Ab wann gilt die Preisliste?
  • Gilt sie bis zu einem bestimmten Datum?
  • Für welche konkrete Produktvariante gilt der einzelne Einkaufspreis?
  • Ab welcher Menge gilt welcher Staffelpreis?

Speichern Sie keine Pflichtangaben auf Verdacht. Klären Sie fehlende Informationen zuerst.

Prüfen Sie vor der Preisposition die Produktvariante im PIM. Eine Produktfamilie allein reicht für einen Einkaufspreis nicht aus, weil der Lieferant eine konkrete Ausprägung, Verpackung oder Artikelnummer bepreist.

Welche Artikelnummer gehört wohin?

Bei Varianten gibt es mehrere Nummern. Pflegen Sie jede Nummer an der Stelle, an der sie fachlich entsteht:

NummerWo pflegen Sie sie?Wofür nutzen Sie sie?
SKUPIM > Varianten & Preise > ProduktvarianteInterne Artikelnummer Ihrer eigenen Variante.
Lieferanten-SKUBeschaffung > Lieferantenpreislisten > Preisliste > PositionenArtikelnummer, unter der der Lieferant die Variante führt.
HerstellerteilenummerBeschaffung > Lieferantenpreislisten > Preisliste > PositionenOriginalteilenummer des Herstellers, wenn der Lieferant nicht selbst Hersteller ist oder mehrere Lieferanten denselben Herstellerartikel anbieten.

Suchen Sie die Herstellerteilenummer daher nicht im Produktvarianten-Detail. Öffnen Sie die passende Lieferantenpreisliste und bearbeiten Sie dort die Position zur Variante.

Lieferantenpreisliste anlegen

Öffnen Sie Beschaffung > Lieferantenpreislisten.

  1. Klicken Sie auf Erstellen.
  2. Füllen Sie Code, Name und Lieferant aus.
  3. Prüfen Sie die Währung.
  4. Ergänzen Sie Gültig ab und bei befristeten Konditionen Gültig bis.
  5. Setzen Sie Priorität oder Bevorzugt nur, wenn mehrere gültige Preislisten bewusst priorisiert werden.
  6. Speichern Sie die Preisliste.

Verwenden Sie sprechende Codes und Namen. Allgemeine Werte wie NEU oder TEST erschweren spätere Rückfragen.

Position für eine Variante anlegen

Eine Preisliste allein enthält noch keinen Einkaufspreis. Legen Sie für jede konkrete Variante eine Position an.

  1. Öffnen Sie die Lieferantenpreisliste.
  2. Wechseln Sie in den Tab Positionen.
  3. Klicken Sie auf Erstellen.
  4. Wählen Sie die konkrete Variante.
  5. Prüfen Sie das Preisziel.
  6. Ergänzen Sie Lieferanten-SKU, Lieferantenartikel, Herstellerteilenummer, Mindestmenge, Bestellvielfaches oder Lieferzeit, wenn diese Angaben bekannt sind.
  7. Speichern Sie die Position.

Wählen Sie die Produktvariante, nicht nur die Produktfamilie. Prüfen Sie bei ähnlichen Varianten zusätzlich Artikelnummer, Name oder Eigenschaften.

Die Lieferanten-SKU ist die Nummer des Lieferanten. Die Herstellerteilenummer ist die Nummer des Herstellers. Beide Werte können gleich sein, müssen es aber nicht. Wenn Sie nur eine Nummer vom Lieferanten bekommen, klären Sie vor der Pflege, ob es die Lieferantenartikelnummer oder die Herstellerteilenummer ist.

Staffelpreis eintragen

Der eigentliche Einkaufspreis liegt in den Staffeln der Position.

  1. Öffnen Sie die Position.
  2. Wechseln Sie in den Tab Staffeln.
  3. Klicken Sie auf Erstellen.
  4. Tragen Sie Mindestmenge und Staffelpreis ein.
  5. Speichern Sie die Staffel.
  6. Prüfen Sie danach, ob die Staffel in der Liste erscheint.

Tragen Sie Preise in der Währung der Preisliste ein. Rechnen Sie nicht manuell in eine andere Währung um.

Zusammenhang mit Wareneinsatz

Die Lieferantenpreisliste ist die Pflegegrundlage. Wareneinsatz entsteht erst, wenn Bestand aus einer bewerteten Einkaufsbestellung eingeht und später verkauft oder versendet wird.

Gehen Sie so vor:

  1. Pflegen und aktivieren Sie die Lieferantenpreisliste.
  2. Verwenden Sie die passende Preisliste in der Einkaufsbestellung.
  3. Prüfen Sie die Preise der Bestellpositionen.
  4. Buchen Sie den Wareneingang.
  5. Prüfen Sie nach Versand oder Verkauf die Margenberichte.

Wenn ein Bericht unbewerteten Wareneinsatz zeigt, prüfen Sie zuerst Lieferantenpreisliste, Einkaufsbestellung, Bestellposition und Wareneingang. Überschreiben Sie alte Preise nicht nachträglich, nur um historische Margen zu verändern.

Aktivieren oder archivieren

Aktivieren Sie eine Preisliste erst, wenn Lieferant, Gültigkeit, Währung, Positionen und Staffeln geprüft sind. Eine aktivierte Preisliste kann für neue Vorgänge relevant werden.

Archivieren Sie Preislisten, wenn sie nicht mehr verwendet werden sollen. Löschen Sie alte Preislisten nicht, wenn frühere Vorgänge nachvollziehbar bleiben müssen.

Prüfliste

Prüfen Sie vor der Aktivierung:

  • Code, Name und Lieferant sind ausgefüllt.
  • Währung stimmt mit der Lieferantenangabe überein.
  • Gültig ab und Gültig bis sind korrekt, wenn Datumsangaben bekannt sind.
  • Jede Position hat die richtige Variante.
  • Preisziel passt zur Pflege.
  • Lieferanten-SKU und Herstellerteilenummer sind getrennt gepflegt, wenn beide Angaben bekannt sind.
  • Mindestmenge und Bestellvielfaches passen zur Lieferantenangabe.
  • Jede benötigte Staffel hat Mindestmenge und Staffelpreis.

Häufige Fehler

  • Die Preisliste liegt beim falschen Lieferanten.
  • Die Position verweist auf die falsche Variante.
  • Der Preis steht in der falschen Währung.
  • Eine Position wurde angelegt, aber keine Staffel erfasst.
  • Ein befristeter Preis hat kein Enddatum.
  • Alte Preise wurden überschrieben, obwohl neue Konditionen ab einem neuen Zeitpunkt gelten.
  • Die Einkaufsbestellung verwendet nicht die erwartete Lieferantenpreisliste.
  • Eine aktuelle Preisliste wird als Erklärung für alte Margen gelesen.

Nächste Schritte