Mail mit einem SMTP-Gateway bereitstellen
Workspace übernimmt Postfächer und Webmail. Ein vorgeschaltetes Gateway wie Proxmox Mail Gateway bleibt die öffentliche SMTP-Kante und hält MX, PTR, Reputation, DKIM, Filter und die externe Queue.
Diese Betriebsanleitung richtet sich an Workspace- und Mail-Administratoren. Sie führt vom tenantgebundenen Zugriffscheck bis zu einem prüfbaren Ein- und Ausgangstest. Am Ende verwaltet Workspace persönliche und gemeinsame Postfächer sowie Verteiler, während das Gateway weiterhin die öffentliche Mailzustellung übernimmt. Den technischen API-Vertrag beschreibt Mail-API und Gateway-Handoff.
Zugriff und Agentenablauf prüfen
Melden Sie sich mit nucli am betroffenen Tenant an. Prüfen Sie zuerst die Identität, die Mail-Berechtigungen und die erreichbaren Mail-Endpunkte:
nucli --tenant <tenant> whoami --scopes
nucli --tenant <tenant> api GET /api/v1/mail/mailboxes --summary
nucli --tenant <tenant> api GET /api/v1/mail/admin/domains --summaryEin automatisierter Agent liest vor der Arbeit den eingebauten Mail-Ablauf:
nucli skills show mailDer Skill verwendet ausschließlich tenantgebundene HTTP-Aufrufe. Er darf weder Datenbankzugriffe noch numin, Storage-Pfade oder Gateway-Zugriffe nutzen, um Authentisierung, Tenancy, Berechtigungen oder Mail-Verträge zu umgehen. Freigaben für Mailinhalte ergeben sich aus den Mailbox-Rollen und ResourceACL, nicht allein aus einer Tenant-Administratorrolle.
Postfächer vorbereiten
- Legen Sie die gehostete Domain über
POST /api/v1/mail/admin/domainsan. - Legen Sie persönliche oder gemeinsame Postfächer über
POST /api/v1/mail/admin/mailboxesan. - Ergänzen Sie Mitglieder gemeinsamer Postfächer über
POST /api/v1/mail/admin/mailboxes/{id}/memberships. - Legen Sie Verteiler separat über
POST /api/v1/mail/admin/distribution-listsan. - Setzen Sie
storage.context.mail.store_idtenantbezogen auf den vorhandenen verschlüsselten Mail-Store.
Verteiler vervielfachen die Zustellung an Zielpostfächer. Gemeinsame Postfächer teilen dagegen Arbeitszustand, Zuweisung und Absenderregeln.
Übergeben Sie schreibende API-Payloads als geschützte Dateien. So landen Adressen und Identitäts-IDs nicht in der Shell-Historie:
nucli --tenant <tenant> api POST /api/v1/mail/admin/domains \
--input mail-domain.json --summary
nucli --tenant <tenant> api POST /api/v1/mail/admin/mailboxes \
--input mailbox.json --summary
nucli --tenant <tenant> api POST \
/api/v1/mail/admin/mailboxes/<mailbox-id>/memberships \
--input membership.json --summary
nucli --tenant <tenant> api POST /api/v1/mail/admin/distribution-lists \
--input distribution-list.json --summaryVerwenden Sie für Postfächer den Typ personal oder shared und für Mitgliedschaften die Rolle owner, editor oder viewer. Historischen Zugriff eines neuen Mitglieds geben Sie nur bewusst und auditiert über historyGrantedFromAt frei. Jede schreibende Änderung benötigt eine ausdrückliche Administratorfreigabe.
Privaten Handoff absichern
Aktivieren Sie mail.handoff.mailbox.enabled erst, wenn alle TLS-Werte gesetzt sind:
mail.handoff.mailbox.bind_address: private oder Loopback-IPmail.handoff.mailbox.port: dedizierter interner Portmail.handoff.mailbox.tls.cert_fileundmail.handoff.mailbox.tls.key_filemail.handoff.mailbox.tls.client_ca_filemail.handoff.mailbox.gateway_sha256: erlaubte SHA-256-Zertifikatsfingerprints
Der Listener verlangt TLS 1.3 und ein gültiges Clientzertifikat. PMG darf eine Nachricht erst nach erfolgreichem RCPT TO und dem abschließenden 250 stored aus seiner Queue entfernen. Normale Zustellung und DSNs verwenden getrennte Recipient-Router am privaten Handoff.
Versand und Bounces
Konfigurieren Sie die vorhandene tenantbezogene SMTP-Konfiguration ausschließlich auf das Gateway. Workspace stellt nicht direkt an fremde MX-Server zu. mail.outbound.bounce_domain muss auf die vom Gateway zurückgeroutete Bounce-Domain zeigen.
Workspace speichert einen DSN verschlüsselt, übernimmt die Content-ACL der gesendeten Nachricht und zeigt die getrennten Queuezustände der Envelope-Empfänger im Thread an.
Zimbra kontrolliert importieren
Legen Sie einen Storage-Store mit verschlüsselten IMAP-Zugangsdaten für Zimbra an. Starten Sie anschließend den Taskstream-Runnable mailbox.import.imap mit:
{
"tenant_id": "<tenant-uuid>",
"source_store_id": "<zimbra-source-store-uuid>",
"target_store_id": "<mail-storage-store-uuid>",
"recipient": "user@example.com"
}Führen Sie zuerst einen Vollimport, danach einen Delta-Lauf und unmittelbar vor dem Gateway-Cutover einen letzten Delta-Lauf aus. Wiederholungen sind über Quell-Store, Quell-UID, Message-ID und Inhalts-Hash idempotent. Der Taskstream-Lauf meldet verarbeitete und übersprungene Nachrichten. Vergleichen Sie vor dem Cutover diese Mengen und testen Sie Ein- und Ausgang sowie einen DSN.
Ändern Sie MX, PTR, SPF, DKIM und DMARC in einem getrennt freigegebenen Betriebsschnitt. Workspace verändert diese externe Konfiguration nicht.
Bereitstellung prüfen
Die Bereitstellung ist abgeschlossen, wenn alle folgenden Prüfungen erfolgreich sind:
GET /api/v1/mail/mailboxeszeigt für die Testidentität nur die freigegebenen persönlichen und gemeinsamen Postfächer.- Eine Testmail an eine gehostete Adresse erhält am privaten Handoff erst nach dauerhafter Storage-Speicherung
250 storedund erscheint danach in der Mail-Workbench. - Eine freigegebene Testmail wechselt zunächst in den gespeicherten Zustand und in die Queue. Prüfen Sie anschließend den Status jedes Envelope-Empfängers; „queued“ bedeutet noch nicht „zugestellt“.
- Ein absichtlich erzeugter DSN wird vom getrennten Bounce-Router angenommen und dem gesendeten Thread zugeordnet.
- Ein Mitglied eines gemeinsamen Postfachs sieht nur den freigegebenen Historienbereich und kann nur entsprechend seiner Rolle lesen oder senden.
- Ein Verteiler stellt eine autorisierte Testmail an die konfigurierten Zielpostfächer zu, ohne einen gemeinsamen Arbeitszustand zu erzeugen.
Persönliche und gemeinsame Mail bearbeiten Nutzer anschließend wie unter Mail bearbeiten beschrieben.
Installation ohne PMG planen
Der Produktkern bindet sich nicht an PMG. Eine Installation ohne vorhandenes Gateway benötigt einen separat betriebenen Mail-Edge auf Basis bewährter MTA-Software. Dieser Edge übernimmt dieselben öffentlichen Aufgaben und nutzt denselben privaten mTLS-Handoff. Liefern Sie ihn erst nach einem eigenen Lizenz-, Security-, Update- und Betriebs-Gate aus; der Workspace-Server wird nicht zum öffentlichen MTA.