Deutsche Verpackungsmengenmeldung durchführen

Dieser Quickstart richtet sich an Compliance-Verantwortliche und Administratoren, die eine vorbereitete deutsche Verpackungsmengenmeldung in Workspace erstellen. Nach Abschluss ist die Meldung fachlich geprüft, exportiert, manuell im zuständigen Portal abgegeben und mit einem Nachweis in Workspace bestätigt.

Produktdatenverantwortliche pflegen Verpackungskomponenten und Materialmassen, geben die Meldung aber nicht allein aufgrund dieser Daten frei. Die rechtliche Rolle, die gemeldeten Mengen und die Freigabe müssen die dafür verantwortlichen Personen bestätigen.

Verantwortlichkeiten festlegen

AufgabeTypische Verantwortung
Komponenten, Werkstoffe und Massen pflegenProduktdaten- oder Verpackungsverantwortliche
Erzeuger- und EPR-Herstellerrolle bestimmenFachlich oder rechtlich verantwortliche Stelle
Meldekonto, Materialzuordnungen und Berechtigungen einrichtenWorkspace-Administration
Berechnete und gemeldete Mengen abgleichenCompliance-Verantwortliche
Meldung freigebenFür die Compliance-Prüfung zuständige Person
Meldung extern abgeben und Abgabenachweis sichernIm Unternehmen bestimmte meldeverantwortliche Person

Wenn Rollen oder Pflichten noch nicht geklärt sind, beginnen Sie mit PPWR und VerpackDG in Workspace einordnen. Das Datenmodell und die vorhergehende Verpackungseinrichtung erklärt Verpackungs-Compliance verwalten.

Voraussetzungen

  • Die betroffene Rechtseinheit wurde für den konkreten Markt und Warenfluss als EPR-Hersteller (producer) bewertet.
  • Versandte Packstücke haben Mengenereignisse für die richtige Rechtseinheit, den Markt DE und den anzuwendenden Profilstand erzeugt.
  • Die Registrierungs- und Systembeteiligungsdaten sowie deren Nachweise liegen vor.
  • Die Mengenbestätigung des Systembetreibers ist als geschütztes Dokument in Workspace gespeichert.
  • Sie dürfen Verpackungsberichte lesen, anlegen, bearbeiten und exportieren sowie die benötigten Compliance-Prüfungen bearbeiten.

1. Meldekonto einrichten

  1. Öffnen Sie Compliance > Verpackungs-Meldekonten.
  2. Legen Sie ein Konto für die berichtende Rechtseinheit und den Markt DE an.
  3. Wählen Sie den bereitgestellten Deutschland-Adapter de.verpackdg und den dazugehörigen aktuellen Adapterstand.
  4. Erfassen Sie LUCID-Registrierungsnummer, Systembetreiber und, falls vorhanden, die Beteiligungsnummer.
  5. Setzen Sie den Gültigkeitszeitraum so, dass er die vollständige spätere Berichtsperiode abdeckt.
  6. Verknüpfen Sie den Registrierungs- oder Systembeteiligungsnachweis und aktivieren Sie das Konto.

Das Konto ist verwendbar, wenn Rechtseinheit, Markt, Adapterstand und Gültigkeitszeitraum zur gesamten Berichtsperiode passen. Eine bloße zeitliche Überschneidung genügt nicht.

2. Werkstoffe den Meldekategorien zuordnen

Öffnen Sie Compliance > Verpackungs-Materialzuordnungen. Ordnen Sie jeden internen Werkstoffcode, der im Bericht vorkommen kann, genau einer Kategorie des Deutschland-Adapters zu.

| Meldekategorie |

| --- |

| Glas |

| Papier, Pappe und Karton |

| Eisenmetalle |

| Aluminium |

| Kunststoffe |

| Getränkekartonverpackungen |

| Sonstige Verbundverpackungen |

| Sonstige Materialien |

Übernehmen Sie die Zuordnung aus der fachlich bestätigten Materialklassifikation. Raten Sie die Kategorie nicht anhand eines Produktnamens. Fehlt auch nur für einen enthaltenen Werkstoffcode eine Zuordnung, kann Workspace keinen deutschen Meldungsentwurf erstellen.

3. Berichtsperiode anlegen und einfrieren

  1. Öffnen Sie Compliance > Verpackungsberichte und legen Sie eine Berichtsperiode an.
  2. Wählen Sie Rechtseinheit, Markt DE, Profil, Profilversion und Profildigest.
  3. Erfassen Sie Beginn und Ende innerhalb desselben Kalenderjahres.
  4. Öffnen Sie die angelegte Periode und wählen Sie Bericht einfrieren.
  5. Prüfen Sie im eingefrorenen Ergebnis, ob alle erwarteten Werkstoffe und Mengen enthalten sind.

Der Status Eingefroren, ein Quelldigest und das unveränderliche Ergebnis zeigen den erfolgreichen Abschluss dieses Schritts. Spätere Mengenereignisse ändern diese Periode nicht. Für einen neuen Stand legen Sie eine neue Periode an; Sie überschreiben den eingefrorenen Stand nicht.

4. Zahlen unabhängig prüfen

Das folgende Beispiel verwendet zwei versendete Packstücke. Jedes Packstück enthält 0,250 kg Papier, Pappe und Karton sowie 0,050 kg Kunststoffe.

KategorieRechnungBerechnete Menge
Papier, Pappe und Karton2 × 0,250 kg0,500 kg
Kunststoffe2 × 0,050 kg0,100 kg
Kontrollsumme0,500 kg + 0,100 kg0,600 kg

Workspace führt die Kontrollsumme nicht als zusätzliche Meldekategorie. Sie dient Ihrer unabhängigen Prüfung. Vergleichen Sie anschließend jede Kategorie mit der Mengenbestätigung des Systembetreibers.

WertBedeutung
Berechnete MengeAus den eingefrorenen Versandmengen abgeleiteter Wert
Gemeldete MengeVon Ihnen aus der Mengenbestätigung übernommener Wert
AbweichungGemeldete Menge minus berechnete Menge

Sind im Beispiel ebenfalls 0,500 kg und 0,100 kg bestätigt, beträgt die Abweichung in beiden Kategorien 0,000 kg. Bei bestätigten 0,110 kg Kunststoffen zeigt Workspace dagegen eine Abweichung von 0,010 kg. Klären und dokumentieren Sie jede Abweichung vor der Freigabe.

5. Meldungsentwurf erstellen

  1. Wählen Sie in der eingefrorenen Periode Deutschland-Meldung erstellen.
  2. Legen Sie Meldekonto und Meldeart fest.
  3. Verknüpfen Sie den Nachweis der Systembeteiligung.
  4. Übertragen Sie die bestätigten Mengen je Materialkategorie in Kilogramm mit höchstens drei Nachkommastellen.
  5. Erstellen Sie den Entwurf und öffnen Sie ihn im Tab Meldungen.
MeldeartEinzutragender Wert
Initiale PlanmengenmeldungGesamtmenge des gewählten Zeitraums
Unterjährige MengenmeldungGesamtmenge des gewählten Zeitraums
JahresabschlussmengenmeldungGesamtmenge des gewählten Zeitraums
NachtragsmengenmeldungDifferenz zur bestätigten Jahresabschlussmengenmeldung; negative Werte sind zulässig

Der Entwurf hat nach erfolgreicher Berechnung den Status Berechnet. Prüfen Sie berechnete Mengen, gemeldete Mengen, Abweichungen, Zeitraum, Meldekonto und Meldeart, bevor Sie fortfahren.

6. Prüfung und Freigabe abschließen

  1. Wählen Sie am Meldungsentwurf Prüfung starten und die zuständige Compliance-Kontrolle.
  2. Bearbeiten Sie die erzeugte Compliance-Prüfung. Halten Sie insbesondere die Mengenbestätigung und die Klärung vorhandener Abweichungen als Evidence fest.
  3. Schließen Sie die Prüfung über den vorgesehenen Compliance-Workflow.
  4. Kehren Sie zum Meldungsentwurf zurück und wählen Sie Meldung freigeben.
  5. Verknüpfen Sie genau die geschlossene Prüfung dieses Meldungsentwurfs.

Der Status Freigegeben und die angezeigte Freigabeprüfung zeigen, dass der Entwurf exportiert werden darf. Eine offene oder einem anderen Datensatz zugeordnete Prüfung reicht nicht aus.

7. Exportieren, extern abgeben und bestätigen

  1. Wählen Sie Meldung exportieren. Der geführte Browserablauf lädt den freigegebenen Adapterexport als JSON herunter.
  2. Übertragen Sie die freigegebenen Werte in das zuständige externe Verfahren.
  3. Geben Sie die Meldung dort ab und speichern Sie die Bestätigung als geschütztes Dokument in Workspace.
  4. Wählen Sie am Meldungsentwurf Externe Abgabe bestätigen.
  5. Erfassen Sie die externe Meldungsnummer und verknüpfen Sie den Abgabenachweis.

Erst der Status Abgegeben, die externe Meldungsnummer und der gespeicherte Abgabenachweis bestätigen den vollständigen Ablauf in Workspace.

Häufige Fehler

SymptomPrüfschritt
Die Deutschland-Meldung lässt sich nicht erstellen.Prüfen Sie, ob die Periode eingefroren ist, das aktive Meldekonto die gesamte Periode abdeckt und alle Werkstoffcodes zugeordnet sind.
Berechnete und gemeldete Mengen unterscheiden sich.Prüfen Sie Zeitraum, Packstückzahl, Materialmasse, Gegenbuchungen und Mengenbestätigung. Dokumentieren Sie das Ergebnis in der Compliance-Prüfung.
Die Freigabe scheitert.Schließen Sie zuerst die auf genau diesen Meldungsentwurf gerichtete Compliance-Prüfung.
Die Exportaktion ist nicht verfügbar.Prüfen Sie, ob der Meldungsentwurf den Status Freigegeben oder Abgegeben besitzt und Sie exportieren dürfen.
Die externe Abgabe lässt sich nicht bestätigen.Verwenden Sie eine nicht leere externe Meldungsnummer und ein vorhandenes, geschütztes Nachweisdokument.

Ergebnis prüfen

Der Ablauf ist abgeschlossen, wenn:

  • Periode, Rechtseinheit, Markt und Meldekonto zusammenpassen,
  • jede berechnete Kategorie einer bestätigten gemeldeten Menge gegenübersteht,
  • Abweichungen geprüft und dokumentiert sind,
  • der Meldungsentwurf mit einer geschlossenen Compliance-Prüfung freigegeben wurde,
  • der exportierte Inhalt den freigegebenen gemeldeten Mengen entspricht und
  • Status Abgegeben, externe Meldungsnummer und Abgabenachweis sichtbar sind.

Nächste Schritte